Frankenberg

Tiefgang mit Leichtigkeit vermittelt

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- Frankenberg (jos). Laute Gongschläge in der Schulmensa, gefolgt von Kung-Fu-Einlagen der Schüler, und ein Fabrik-Aufseher, der den Aufstand der unterdrückten Arbeiter mit einer Tuba abwehrt, sind nur zwei Details, die vom Einfallsreichtum der Schüler und ihrer Spielleiterin Katrin Ortwein zeugen. Der Kurs „Darstellendes Spiel“ der Jahrgangsstufe 12 der Edertalschule zeigte Bertolt Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“

Bei der Umsetzung des Stoffes beweisen die Gymnasiasten nicht nur Kreativität, ihnen gelingt es auch, Tiefgang mit Leichtigkeit zu vermitteln. Das Stück beschäftigt sich immerhin mit der existenziellen Frage, ob ein Mensch in einer Welt wie dieser gut sein kann. Es geht um die wa(h)re Liebe, um die Unterdrückung der Arbeiterklasse und auch Religionskritik spielt eine Rolle. All diese Themen greifen die Schüler auf und machen daraus eine Inszenierung mit Unterhaltungswert. In der gut einstündigen Aufführung wenden die Schüler einen ebenso einfachen wie wirkungsvollen Trick an: Die Handlung des Stücks wird von Schülern der Edertalschule kommentiert, die sich in der Mensa befinden und in naher Zukunft eine Klausur über das Brecht’sche Drama schreiben müssen.

Die Gespräche der Schüler mit all ihren flapsigen und komischen Kommentaren sorgen beim Publikum nicht nur für Erheiterung, sondern helfen auch beim Verständnis des Stückes – und der Lage der gestressten Gymnasiasten, die die Lektüre zahlreicher Bücher irgendwie mit der Wochenendplanung in Einklang bringen müssen. Fragen über Fragen quälen die Schüler: Gibt es die wahre Liebe? Und: Gehen wir am Wochenende ins „Bonkers“ oder ins „Utopia“?

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 15. April

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