Frankenberg

Das Tierheim ist komplett ausgebucht

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- Frankenberg (csc). Im Tierheim herrscht Aufnahmestopp: „Es sind momentan alle Boxen und Räume belegt“, sagt Tierheimleiterin Judith Beinhauer. 19 Hunde sind derzeit dort untergebracht, dicht an dicht verbringen sie ihre Tage. Auch viele „Stubentiger“ suchen ein neues Wohnzimmer.

Kira, Kuba und die anderen Hunde leiden unter den momentan sehr beengten Verhältnissen im Tierheim. „Die Hunde sind hier nicht ausgelastet, deshalb sind sie oft ein wenig aufgedreht, wenn sie aus dem Zwinger kommen“, erklärt sie. Das sollte jedoch keinen Interessenten abschrecken. Es sei problematisch, dass so viele Tiere auf so engem Raum leben müssen, bedauert die Tierheimleiterin. Dadurch kämen die Hunde kaum zur Ruhe. Und bei ihnen sei es genau wie bei vielen Menschen: Nicht jeder kommt mit seinem Nachbarn aus. Die vierjährige Kira etwa, ein quirliger Jack-Russel-Terrier, kann in ihrer Nähe keine anderen Hündinnen leiden. Deshalb ist sie oft sehr aufgedreht und springt in ihrem Käfig auf und ab. Dabei sei der kleine Jagdhund eigentlich liebenswert und schmusig, berichtet Judith Beinhauer: „Sie bräuchte einen Halter, der sie körperlich und geistig auslastet.“ Wie alle Jagdterrier ist auch Kira sehr agil und tobt gerne herum, deshalb sei sie kein Hund für Anfänger. Mit Rüden käme sie gut zurecht, jedoch sollte der Halter keine Katzen oder Kleintiere haben. Selbstverständlich seien alle Hunde aus dem Tierheim entwurmt und geimpft, betont die Tierpflegerin. Auch der zehnjährige Kuba fühlt sich in seiner Box nicht wohl – was nicht daran liegt, dass er vor kurzem kastriert wurde, sondern an den anderen Hunden: Der Deutsche-Kurzhaar ist ebenfalls wählerisch was seine Nachbarn angeht. Kuba sei sehr menschenbezogen und anhänglich, daher brauche er ständig Gesellschaft. Stubenrein ist er außerdem. Für sein Alter ist der gut erzogene Rüde laut Beinhauer immer noch sehr fit: Er spielt gerne draußen, liegt aber mindestens genau so gerne zu Hause – zu den Füßen seines Herrchens. Doch auch bei ihm sollten sich besser keine Katzen oder Kleintiere in der Wohnung aufhalten. Auch 60 Katzen, die im Tierheim abgegeben wurden, suchen dringend ein Zuhause. Viele von ihnen sind noch sehr jung, die jüngsten gerade einmal acht Wochen alt. Sie lassen sich sehr gut als Hauskatzen halten, weil sie es noch nicht kennen, im Freien herumzustreunen, sagt die Tierheimleiterin. Auch alle Katzen sind entwurmt und entfloht, teilweise seien sie auch schon geimpft. Rein optisch sollte für jeden Katzenfreund eine passende dabei sein, denn es gibt derzeit im Tierheim Katzen jeder Fellfarbe. „Besonders muss noch erwähnt werden, dass die Tiere nicht als Weihnachtsgeschenke gedacht sind“, sagt Judith Beinhauer. Sich ein Tier anzuschaffen, sollte gut überlegt werden, denn anders als ein langweilig gewordenes Spielzeug, könne ein Haustier nicht einfach am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Ecke gestellt werdenen.Viele Tiere haben auch großen Hunger – darum bitten die Mitarbeiter des Tierheims um Spenden. Gerade Futter für Hunde und Katzen werde dringend benötigt, doch ebenso Reinigungsmittel wie Lappen, Waschpulver oder Küchenrollen. Spendenboxen sind in Frankenberg beispielsweise im Herkules-Lebensmittelmarkt, im Herkules-Baumarkt und im Tegut-Markt aufgestellt. Spaziergänger, die die Hunde des Heimes ausführen wollen, sind dort gern gesehene Gäste. Das Tierheim hat außer donnerstags täglich von 15 bis 17 Uhr geöffnet, zu erreichen unter Telefon 06451/6309.

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