Kindergartensommerfest in Röddenau

Ein Tipi braucht keine Hausnummern

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„Tonal“ erklärt den Kindern alles über die idianischen Tipis. Die drei „Häuptlinge“ in der Mitte müssen dabei besonders gut aufpassen - denn sie haben eine wichtige Aufgabe zu erledigen.

Frankenberg-Röddenau - Tipis, Pferde und Wasserflöten - die Röddenauer Kindertagesstätte hat ein Sommerfest voller echter indianischer Tradition und Kultur erlebt.

Nicht jeder kann von sich behaupten schon einmal einem echten Indianer begegnet zu sein. Die Kinder der Röddenauer Kindertagesstätte bekamen gleich zwei zu sehen. Lange dunkle Haare, braungebrannte Haut und Gesichtsbemalung - diese Klischees wurden von „Tonal“ und „Toltekayotzin“ erfüllt. Mit ihrem Programm „Echte Indianer on Tour“ reisen sie mit bis zu 35 Indianern durch Deutschland und bringen Kindern die Tradition, Kultur und Geschichte der Indianer auf unterhaltsame und spannende Weise bei. Sie reisen nicht nur, sondern bringen auch Tipis, ihre Tiere und den traditionellen Marterpfahl mit. So verwandelte sich die Kindertagesstätte für wenige Tage in eine Behausung für kleine und große Häuptlinge oder Medizinmänner.

Auf den Besuch der Indianer wurden die Kinder kreativ vorbereitet: Sie bastelten und gestalteten eigene T-Shirts und Federschmuck und lernten schon vorab einiges über das Leben der Indianer. Jedes Kind bekam einen indianischen Namen: Kleine Wolke, Sanftes Pony oder Kleiner Wolf gehörten zu den beliebtesten.

„Im April waren die Indianer schon einmal bei uns und haben die Kinder restlos begeistert. Deshalb haben wir uns entschlossen sie für das Sommerfest noch einmal zu engagieren“, sagte Gudrun Keim, Leiterin der Röddenauer Kindertagesstätte. So roch der Sportraum stark eingeräuchert - selbstverständlich nur um böse Geister zu vertreiben. Trommeln gehören bei den Kindern ab sofort zu den beliebtesten Musikinstrumenten. Die Indianer gestalteten für die Kleinen einen abwechslungsreichen Tag: Die Kinder lernten, warum Indianer auch „Rothäute“ genannt werden und dass man an einem Tipi keine Hausnummer braucht - schließlich erkenne man an den Bemalungen wer darin wohne.

„Toltekayotzin“ alias Miguel Mendoza brachte den Kindern einen indianischen Tanz bei und Mario Tränkler, der unter Indianern als „Tonal“ bekannt ist, erklärte den Kindern den Unterschied zwischen einem Gazellen- und einem Wildschweinschädel. Außerdem zeigte er, wie die zuvor von den Kindern als „Suppenlöffel“ eingestufte Wasserflöte gespielt wird und wie man mit die Laute einer Klapperschlange nachahmt. Die Kinder beteiligten sich am Programm und lernten Indianergeschichten in Zeichensprache zu erzählen.

von Annika Ludwig

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