Haina-Kloster: Tischbein-Haus ist geschlossen

Tischbein-Haus: In diesem Haus am Rand der Klostermauer in Haina wurde der Goethe-Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein 1751 geboren, dessen Bild „Goethe in der Campagna“ (kleines Bild) vielen bekannt ist. Fotos:Biedenbach/Repro : HNA 

Haina-Kloster. Das Hainaer Tischbeinhaus, Geburtshaus des berühmten Goethe-Malers, ist nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich.

Mit Ende der Besichtigungssaison 2014 hat der Verein Freunde des Klosters Haina nach rund 15 Jahren die Schlüssel zurückgeben an den Eigentümer Landeswohlfahrtverband (LWV).

„Es kamen zu wenige Besucher“, sagte Kassierer Wilhelm Helbig. Der Verein könne sich den Weiterbetrieb nicht leisten, schilderte Helbig am Freitag auf HNA-Anfrage.

Das Ziel, die Wurzeln des Goethe-Malers und die Malerdynastie Tischbein bekannter zu machen, sei nur bedingt gelungen. „Viele kennen zwar das Bild ‘Goethe in der Campagna’. Aber mit dem Namen Tischbein können die meisten nichts anfangen“, so Helbig.

Die Beschäftigung einer Kraft an der Kasse und die Unterhaltungskosten für das Haus habe der Verein nicht mehr länger tragen können, erläuterte er. Alle Bemühungen, Besucher in das Haus zu locken, seien gescheitert.

„Immer wieder haben wir bei Führungen erlebt, dass Touristen sich zwar gerne die Klosterkirche ansehen, ihnen aber die wenigen hundert Meter bis zum Tischbein-Haus zu weit sind“, erläutert Helbig. Nun will der Verein seine Führungen ganz auf die Klosteranlage konzentrieren und im Kreuzgang auch eine Tischbein-Ausstellung präsentieren

Büros im Künstlerhaus 

Wie die LWV-Tochter Vitos Haina künftig das kleine Fachwerkgebäude an der Klostermauer nutzen wird, steht nach Angaben von Pressesprecherin Martina Caspari noch nicht ganz fest. „Voraussichtlich werden Büros einziehen“, sagte sie am Freitag auf HNA-Anfrage.

Intern haben die Klosterfreunde schon seit längerem die Schließung des Tischbeinhauses vorbereitet und für Alternativen gesorgt. Direkt an die Öffentlichkeit gegangen waren sie mit der Nachricht bislang aber nicht.

Völlig überrascht von der Schließung war der Initiator des Tischbeinshauses und ehemalige Vorsitzender der Klosterfreunde, Dr. Arnd Friedrich, als die HNA ihm am Freitag davon berichtete. Seine erste Reaktion: „Ach du Schreck. Das ist ja furchtbar.“ Er sei traurig, dass das Stammhaus der Malerdynastie nun nicht mehr öffentlich zugänglich ist. „Das Tischbeinhaus ist ein Kulturdenkmal von Europäischem Rang“, sagte er.

Von Martina Biedenbach 

Einen Kommentar zur Schließung und welche Alternativen der Verein Freunde des Klosters Haina vorsieht, das lesen Sie in der gedruckten Samstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

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