Burgwald

2,8 Tonnen schweres Gefährt gesichert

+

- Haina-Bockendorf (apa). Bis in die Nacht dauerte es, bis das Wohnmobil von dem Steilhang in Bockendorf abgelassen wurde: Die Helfer von THW und Feuerwehr gingen aus verschiedenen Gründen sehr vorsichtig vor.

Am Montag war ein Wohnmobil einen steilen Hang heruntergerutscht (FZ berichtete). Die Feuerwehren aus Halgehausen und Bockendorf wurden ebenso alarmiert wie Alexander Daume. Der Ortsbeauftragte des Frankenberger THW wurde als Fachberater ebenfalls von der Leitstelle nach Bockendorf geschickt. Er machte sich ein Bild von der Situation und rief dann seine Kollegen aus Frankenberg hinzu: 14 Helfer kamen mit den Gerätekraftwagen I und II sowie einem Kipper nach Bockendorf.

Vor Ort zeigte sich schnell, dass eine Bergung aus dem steilen Abhang mit einem Kran nicht in Frage kam, berichtet Alexander Daume: Der 2,8 Tonnen schwere Wohnwagen hätte voraussichtlich stark geschwankt. Außerdem machte die Tatsache, dass das Gefährt sich etwas in den Boden eingegraben hatte, eine Bergung mit dem Kran noch komplizierter. Das THW entschied also, den Wohnwagen langsam nach unten abzulassen.

Zunächst sicherten die Helfer des Technischen Hilfswerkes den Wohnwagen mit Seilen gegen weiteres Abrutschen und Umkippen. Mit Hebekissen hoben sie das Fahrzeug von unten an und bauten Kanthölzer darunter, damit die Räder nicht weiter ins Erdreich sanken. Erde und Geröll mussten beseitigt werden, außerdem entfernten die Helfer den hinteren Einstieg in den Wagen für die Arbeiten. Dann bauten die Helfer aus Holzlatten und Bohlen sowie einer mobilen Baustraße aus Kunststoffplatten eine Rampe, auf der der Wohnwagen nach unten rollen konnte – allerdings kontrolliert: Von oben war der Wohnwagen mit Seilen an einem Baum gesichert. Langsam ließen die Kameraden des THW das Fahrzeug herunter. Dabei stellten sie fest, dass entgegen erster Annahmen die Bremse angezogen war, sagte Alexander Daume gegenüber der FZ. Auch ein Gang sei eingelegt gewesen.

Die Feuerwehren halfen nicht nur bei den Vorbereitungen für das Abseilen des Fahrzeuges und der eigentlichen Bergung, sondern standen auch für den Fall bereit, dass Öl, Benzin oder Kühlerflüssigkeit auslaufen sollte. Zuvor hatten die Wehrleute noch eine Gasflasche aus dem Wohnwagen herausgeholt. Die freiwilligen Helfer gingen ausgesprochen vorsichtig vor: Das Fahrzeug sollte durch die Bergung nicht beschädigt werden. Deshalb und wegen der schwierigen Gegebenheiten am Hang dauerte der Einsatz bis 23.30 Uhr am Montag.

Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr habe sehr gut funktioniert, lobte Daume. Auch die Nachbarn brachten sich ein und versorgten die Helfer mit Getränken und Grillwürstchen. Der Wohnwagen erschien – bis auf die hintere Stoßstange und den entfernten Einstieg – äußerlich unbeschädigt. Dennoch schleppte das THW den Wagen nach der Bergung ab, anstatt ihn zu starten. Denn auch dabei hätten auslaufende Betriebsstoffe aus dem Fahrzeug ins Erdreich gelangen können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare