Frankenberg

Topf auf Herd vergessen: Zwei Frauen verletzt

- Frankenberg (rou). „Kleine Ursache, große Wirkung", mit diesen Worten fassten Stadtbrandinspektor Martin Trost und Wehrführer Stefan Stroß einen Großeinsatz der Feuerwehren aus Frankenberg und Röddenau am späten Donnerstagabend in der Wigand-Gerstenberg-Straße in Frankenberg zusammen.

Nach Angaben des Frankenberger Wehrführers hatte eine Frau einen Topf mit Essen auf dem Herd vergessen. Das Kochgut brannte ein, es kam zu einer extremen Rauchentwicklung. Als die Bewohnerin das Missgeschick bemerkte, war es bereits zu spät. Obwohl die Dame eine Rauchgasvergiftung erlitt, rettete sie sich noch selbstständig aus der Wohnung im Erdgeschoss des Sechs-Familien-Hauses in der Wigand-Gerstenberg-Straße.

Doch beim Verlassen ihrer Wohnung beging sie einen folgenschweren Fehler. Statt die Tür zu schließen und den giftigen Rauch quasi in ihren vier Wänden „einzusperren", ließ sich die Tür geöffnet. Die Folge: Der Qualm zog in das Treppenhaus.

Wer den Notruf absetzte, wusste am Abend niemand zu berichten. Die Leistelle in Korbach alarmierte jedoch aufgrund der Schilderungen des Anrufers gegen 21.30 Uhr die Wehren in Frankenberg und Röddenau, die mit mehreren Fahrzeugen, darunter der Drehleiter, und insgesamt 34 Feuerwehrleuten in die Wigand-Gerstenberg-Straße ausrückten.

Unter Atemschutz verschafften sich zwei Trupps Zugang zu der Wohnung im Erdgeschoss: ein Trupp durch das Treppenhaus, der andere durch ein Badezimmerfenster. In der völlig verrauchten Wohnung fanden sie zum Glück keine weiteren Personen. Sechs Trupps mit insgesamt zwölf Feuerwehrleuten unter Atemschutz durchsuchten schließlich alle Wohnungen in dem Haus, um sicherzugehen, dass sich niemand mehr darin aufhielt.

Bis auf eine Person hatten beim Eintreffen der Wehr bereits alle das Gebäude verlassen. Diese Frau hielt sich im dritten Obergeschoss auf. Die Feuerwehrleute setzten ihr eine so genannte Fluchthaube auf, um sie ohne die Gefahr einer Rauchgasvergiftung durch das Treppenhaus ins Freie zu bringen. Nach Angaben von Wehrführer Stroß erlitt sie einen Schock. Im Gegensatz zur Verursacherin des Feuers musste sie jedoch nicht zur weiteren medizinischen Behandlung ins Frankenberger Kreiskrankenhaus gebracht werden.

Die Wehren setzten schließlich Gebläse ein, um den Qualm aus der Wohnung und dem Treppenhaus zu drücken und Sauerstoff in das Gebäude zu blasen. Schon kurze Zeit später konnten alle Hausbewohner wieder zurück in ihre Wohnungen. Dutzende Schaulustige verfolgten den Großeinsatz: Sie waren aus den benachbarten Mehrfamilienhäusern an die Einsatzstelle geeilt, um das Geschehen möglichst hautnah zu verfolgen.

Den Einsatz bezeichnete Stadtbrandinspektor Trost als ein gutes Beispiel dafür, warum es ratsam ist, Rauchmelder in der Wohnung anzubringen. Eine solcher Alarmgeber hätte die Bewohnerin vermutlich so rechtzeitig auf das brennende Kochgut aufmerksam gemacht, dass ein Feuerwehreinsatz unter Umständen gar nicht erforderlich gewesen wäre. Sein zweiter Appell: Türen und Fenster im Brandfall immer geschlossen halten.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Samstagausgabe der Frankenberger Zeitung.

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