Trachten in Laisa

Tradition, Tracht und Tanz begeistern

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Die Trachtengruppe in ihren bunten Evangelischen Trachten der Jugend zeigten die Tänze „Hacke Tone“, „Waldecker“ und „Mallemole“.Fotos: Regina Hartmann

Battenberg-Laisa - Trachtenmodenschau, Tanz und Sektempfang. In Laisa feierten der Heimatverein und das Heimatmuseum ihr 30-jähriges Bestehen.

„Tracht ist eine Herzensangelegenheit, durch die vor allem das alle sieben Jahre gefeierte Rückersfest lebt“, sagte Angela Paulus, die auch aus Laisa stammt. Das sahen die Gäste im Dorfgemeinschaftshaus sicherlich genauso, denn die Feier zum 30-jährigen Bestehen des Laisaer Heimatvereins und des Heimatmuseums stieß auf großes Interesse.

Das von Paulus genannte Rückersfest findet demnächst an Ostern 2013 statt. In Vorbereitung darauf stand die Evangelische Marburger Tracht in 18 verschiedenen Ausführungen bei einer Trachtenmodenschau im Mittelpunkt. Die Moderation übernahmen von Angela Paulus und Jürgen Homberger, die Mitglieder der Hessischen Volkskunstgilde aus dem Kreis Marburg-Biedenkopf sind.

Dabei hatten alle Besucher die Gelegenheit, interessante Details zu Herkunft, Verbreitung und zur Entstehung einzelner Trachteneinzelteile zu erfahren. Die Vielschichtigkeit der Tracht zeigte sich in Kinder- Jugend-, Konfirmations-, Festtags-, Hochzeits-, Abendmahls-, Alters- und Arbeitstrachten aus allen Lebensbereichen für Frauen und Männer. Beispielsweise zeigten sich Theresa Arnold und Jens Specht in Brautmode, wie sie um 1910/15 getragen wurde: der Herr mit Gehrock, Wollhose, Zylinder und „Lustgesteck mit Band“, die Braut in geschlossener Jacke mit Knöpfen, das schwarze Tuchrock durchgefaltet, mit weißer Haube, Brautkränzchen und Seidenband auf dem Rücken.

Die Evangelische Marburger Tracht ist eine der weit verbreiteten Trachten in Hessen, die in 131 Ortschaften, hauptsächlich im Landkreis Marburg-Biedenkopf getragen wurde. Die Tracht ist ursprünglich im 18. Jahrhundert Ebsdorfergrund entstanden. Laisa gehörte früher zum Hinterland und ist die nördlichste Ortschaft, in der die Tracht getragen wird.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Klaus-Dieter Arnold und einem Sektempfang präsentierte Arnold den Gästen einen Rückblick auf die Geschichte des Vereins, der anfangs viele Skeptiker gehabt habe. Am 16. Januar 1982 gründeten 42 Mitglieder den Verein, um sich um die Erhaltung und Förderung des Heimatgedankens, der Traditionen, des Brauchtums und die Unterhaltung des Heimatmuseums zu kümmern. Im Laufe der Jahre entstehen weitere Ideen, etwa zum Laisaer Weihnachtsmarkt, die Durchführung von Kinderdorfwochen, die Gründung der Kindertanzgruppe 1992 und der Webgruppe im Jahr 2000. Die Webgruppe mit ihrem Reisewebstuhl ist heute über die Grenzen von Hessen hinaus bekannt. Im vergangenen Jahr wurde erstmals Obstsaftpressen angeboten, und in diesem Jahr gab es viel Zuspruch bei einem Lehrgang zum Spinnen am Spinnrad.

Grußworte und Glückwünsche überbrachte der erste Stadtrat Georg Röse für die Stadt Battenberg. Er dankte für die tatkräftige ehrenamtliche Vereinsarbeit zur Erhaltung des Brauchtums und der Heimatpflege in Laisa, die von städtischer Seite immer finanziell unterstützt wurde.

Auch Ortsvorsteher Jörg Paulus bedachte den Verein mit würdigenden Worten: „Der Heimatverein kann stolz sein auf sein Alter und seine Arbeit. Schon Anfang der 80er, als man in vielen Dörfern den alten Dingen, Sitten und Traditionen nur noch wenig Bedeutung schenkte, hat sich in Laisa ein Verein gegründet, der grade das erhalten hat, was unser Heimatdorf ausmacht. Tradition ist heute wieder in.“

Wie zur Bestätigung begeisterten am Abend die Mitglieder der Kindertanzgruppe und der Trachtengruppe die Besucher mit verschiedenen Volkstänzen, etwa „Hacke Tone“ oder „Waldecker“ und erhielten viel Applaus.

(hr)

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