Trasse nimmt Gestalt an: Ab Oktober fließt Nahwärme in Gemünden

Am Leitungsnetz: (von links) Bürgermeister Frank Gleim, Ingenieur Christian Seeger vom Ingenieurbüro „Der-Energie-Effizienz“ aus Melsungen, Uwe Neubert von der Firma Rohde in Sachsenhausen und René Wild von der Firma Rotus in Kassel. Fotos: Daum

Gemünden. Wer in diesen Tagen in Gemünden unterwegs ist, stellt eine erhöhte Bautätigkeiten fest. Der Grund: Das Nahwärmenetz wird verlegt und schlängelt sich immer weiter durch die die Kernstadt.

„Es sind insgesamt zwei Trassen, die auf einer Gesamtlänge von rund 1,3 Kilometer entstehen“, berichtet Christian Seeger vom zuständigen Ingenieurbüro, das die Arbeiten plant und koordiniert.

Der Ingenieur fügt sofort hinzu, dass die erste Trasse, die künftig das Seniorenheim und den Kindergarten des DRK mit Wärme versorgt, bereits seit längerer Zeit fertiggestellt ist. Das Holzhackschnitzel-Heizwerk, in dem die Wärme erzeugt wird und das vor allem mit Holz aus dem Gemündener Stadtwald bestückt werden soll, befindet sich unmittelbar an der Turnhalle Dietrichskehle - die Halle wird laut Christian Seeger später direkt von der Heizzentrale versorgt.

Die zweite Trasse ist nach Auskunft des Ingenieurs zu etwa zwei Dritteln fertig. Sie versorgt künftig Schule, Hessischen Hof, evangelischen Kindergarten, Sport- und Kulturhalle, Rathaus, DRK-Wohnprojekt und Apotheke. „Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan. Ab Anfang Oktober dieses Jahres wird Wärme geliefert. Ab diesem Zeitpunkt werden dann die ersten Gebäude versorgt“, sagt Seeger.

Die Gräben, die für die Verlegung der Rohre ausgehoben werden müssen, sind in der Kernstadt Gemünden derzeit nicht zu übersehen. Seeger berichtet, dass die mit einer Hocheffizienz-Dämmung sowie mit Vor- und Rücklauf versehenen Heizungsrohre bisher ohne größere Probleme in der Erde verlegt werden konnten. „Die Witterung hat uns in die Karten gespielt. Was zu einer kleinen Verlegung der Rohrleitungen geführt hat, war die Tatsache, dass im Bereich Dietrichskehle ein Altkanal gefunden wurde“, berichtet Gemündens Bürgermeister Frank Gleim. Einfluss auf den Verlauf der gesamten Trasse habe das aber nicht.

Neben den Heizungsrohren befinden sich unter der Erde noch ein Steuerkabel sowie ein Leerrohr, in das Kabel verlegt werden kann. „Die Rohrleitungen werden letztlich alle eingesandet. Die bisher noch vorhandenen Steine in den Gräben kommen vorher alle raus“, sagt der Ingenieur und erklärt, warum das gemacht werden muss: „Die Leitungen bewegen sich ständig. Durch die Wärme dehnen sich die Rohre aus und ziehen sich danach wieder zusammen. Wenn Steine in der Erde liegen, würden die Leitungen Schaden nehmen.“

Durch das Nahwärmenetz sollen mit Blick auf die Zukunft Heizkosten gesenkt werden. „Die Preissteigerung im Vergleich zum Öl werden bei Nahwärme aus Holzhackschnitzeln nicht so hoch ausfallen, das ist sicher“, betont Seeger. Und Bürgermeister Gleim ergänzt: „Es fallen zudem keine Folgekosten mehr für Instandhaltung oder Ähnliches an.“ Die Errichtung des Nahwärmenetzes in einem Contracting-Modell (siehe Hintergrund) werde genau zum richtigen Zeitpunkt umgesetzt. Gleim: „In den Gebäuden hätten in den kommenden Jahren die Heizungen sonst für viel Geld erneuert werden müssen.“

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Quelle: HNA

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