Zu Besuch bei den Züchtern

Traum erfüllt: Rodaer Familie Kahler hält Wasserbüffel

Roda. Sie sind begeistert von ihren Tieren: Sebastian Kahler und Freundin Ann-Christin Boland aus Roda kümmern sich zusammen mit ihrer Familie seit kurzem um fünf Wasserbüffel.

Sie wollen die Tiere, die ein ruhiges und entspanntes Wesen besitzen, vornehmlich zur Landschaftspflege einsetzen.

Sebastian Kahler hatte schon seit längerer Zeit davon geträumt, einmal Wasserbüffel zu halten. Nach einem Urlaub bei einem Büffelzüchter waren seine Freundin und er hin und weg von den Tieren und schafften sich nun einige Wasserbüffel an.

Die HNA hat die Züchter besucht: Sebastian Kahler geht langsam auf Blondi zu und streichelt ihr den Kopf. Die Wasserbüffel-Kuh wirkt mit ihrem ruhigen Wesen ganz entspannt und lässt die Zärtlichkeiten zu. „Der Charakter der Tiere hat mich von Anfang an fasziniert“, sagt der Rodaer, der sich einige Tage vor seinem 24. Geburtstag das größte Geschenk selbst gemacht hat.

Seit Anfang August stehen auf einer Weide der Familie Kahler in dem Rosenthaler Stadtteil fünf weibliche Wasserbüffel. Darunter ist auch ein Kalb namens Nala, das gerade erst am 13. August in Roda geboren wurde. Ein Bulle soll nächstes Jahr noch hinzukommen.

Blondi sticht mit ihrer hellen Stirn ein bisschen heraus. Die übrigen Tiere sind alle komplett schwarz.

Sebastian Kahler ist ausgebildeter Forstwirt bei Hessen- Forst. Seine Zuneigung zu den Wasserbüffeln entwickelte er bereits in der Ausbildung. Als er für einige Zeit das Forstliche Bildungszentrum in Weilburg besuchte, entdeckte er auf einer Wiese in der Nähe zufällig 15 Wasserbüffel.

Wasserbüffel in Roda

„Ich habe den Hausmeister des Bildungszentrums, der in der Landwirtschaft tätig ist, direkt gefragt, wem diese Tiere gehören. Der wusste sofort Bescheid und wir haben den Besitzer, einen Direktvermarkter für Büffelmozzarella, besucht“, erzählt Sebastian Kahler. Der 24-Jährige erinnert sich, dass er völlig überrascht war, wie neugierig und entspannt die Wasserbüffel sind.

Fortan ließ ihn das Thema nicht mehr los. Regelmäßig schaute er sonntags die ZDF-Sendung „Die Büffelranch“ und infizierte auch seine Freundin Ann-Christin Boland mit dem Wasserbüffel-Virus. Gemeinsam entschieden sie sich im Juni dieses Jahres für einen Urlaub auf der Schwäbische Alb auf dem Hof von Willi Wolf. Der auch als „schwäbischer Cowboy“ bekannte Büffelzüchter, der unter anderem Fleisch und Käse produziert, war einer der Protagonisten in der ZDF-Sendung. „Wir haben quasi einen richtigen Büffelurlaub gemacht und die Tiere hautnah erleben können“, berichtet Sebastian Kahler.

Dann ging alles Schlag auf Schlag. „Die Entscheidung war gefallen, Wasserbüffel mussten her“, sagt Ann-Christin Boland, die selbst aus der Landwirtschaft kommt. Eigentlich wollte die Familie Kahler zunächst in Ruhe eine Wiese mit Umzäunung herrichten. Die wichtigsten Utensilien für die künftige Büffelzucht hatte sie sich bereits besorgt. „Bei ebay-Kleinanzeigen entdeckte ich dann ein Angebot - ein Züchter bei Offenbach wollte eine Herde Wasserbüffel verkaufen. Wir fuhren hin und einigten uns darauf, dass ich in zwei Wochen vier Tiere abnehme“, berichtet der 24-Jährige.

In Rekordzeit baute die Familie Kahler das Gehege für die Wasserbüffel und errichtete sogar eine kleine Brücke, damit die Tiere auf ihrer großen Wiese problemlos über die Wetschaft kommen. Am 4. August holten sie die Tiere mit einem Viehanhänger ab und brachten sie nach Roda. „Wasserbüffel sind leicht zu halten“, sagt Sebastian Kahler und fügt hinzu: „Sie fressen Gras, Brennnesseln, Unkraut - einfach alles, was auf der Wiese vorhanden ist. Hin und wieder geben wir ihnen Kartoffeln. Beim Saufen bedienen sie sich aus einem Wasserfass auf der Weide.“

Wie genau die Wasserbüffel in der Landschaftspflege eingesetzt werden sollen und weitere Details zu den Tiere lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

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