Frohnhausen

Traum von Kaltblutzucht verwirklicht

- Battenberg-Frohnhausen (da). Seit dem vergangenen Jahr züchten Anke und Nick Paper Kaltblüter in Frohnhausen.

Bereits als Jugendlicher war Nick Paper ein Pferdenarr. „Ich habe einem Bauern bei uns im Dorf geholfen. So kam ich das erste Mal mit Kaltblütern in Kontakt“, erzählt er. 13 Jahre alt ist er damals gewesen. Paper blieb ein Tierfreund.

Nick Paper stammt aus dem Bad Berleburger Stadtteil Dotzlar, und im Wittgensteiner Land hat die Landwirtschaft traditionell einen hohen Stellenwert. Weil viele Wälder im Privatbesitz sind, wurden früher oft Kaltblüter zur Arbeit im Forst eingesetzt. In Nordrhein-Westfalen gebe es deshalb noch heute viel mehr Kaltblut-Pferde als in Hessen, sagt er. „Es gibt viele, die Freude am Kaltblut haben.“

Im vergangenen Jahr zogen Paper und seine Frau Anke nach Frohnhausen. Im oberen Edertal verwirklichte das Ehepaar den Traum von der Pferdezucht. Die Hauptarbeit macht Nick Paper, seine Familie unterstützt ihn. Fünf Pferde der Rasse Rheinisch-Deutsches Kaltblut besitzt er aktuell – echte Arbeitstiere, denen ihre Kraft anzusehen ist. Die zum Hof gehörende Scheune haben die Papers zum Pferdestall umgebaut. Der Boden ist mit Gummimatten ausgelegt, die Wasserrohre sind beheizt.

Doch solchen Luxus brauchen die Tiere eigentlich nicht. „Sie fühlen sich draußen auf der Weide am wohlsten, da geht’s denen besser als im Stall“, sagt der 33-Jährige. „Pferde haben ein ausgeglichenes Temperament, gerade Kaltblüter haben eine sanftmütige Art, aber auch eine enorme Explosivität“, erzählt er. Außerdem seien sie nicht so schreckhaft „und natürlich sehr gut im Gelände“. Hinzu kommt die Besonderheit, dass die Rheinisch-Deutschen Kaltblüter vom Aussterben bedroht sind.

Die fünfjährige Staatsprämienstute Elisa hat bislang einmal gefohlt. Staatsprämie ist die höchste Zuchtbewertung. Verbandsprämienstute Nanni ist acht Jahre alt und hat dreimal gefohlt – zuletzt Hera, die am 2. Mai 2010 geboren wurde und noch bei den Papers ist. Hengst Henry hat Nick Paper zugekauft: Henry war das Siegerfohlen der Stutenschau am Stünzel im Jahr 2009. Der zweieinhalbjährige Flemming schließlich ist für Nick Paper der „Hoffnungsträger bei der nächsten Körung“. Dort bewerten Fachleute, ob das Pferd zur Zucht zugelassen werden kann. Kriterien sind „Exterieur“ wie Aussehen und „Interieur“, zum Beispiel der Charakter.

An Flemmings Erfolg hat Paper keinen Zweifel – und auch der Hengst scheint sehr von sich überzeugt zu sein. Gemeinsam mit Nanni soll er dann für Nachwuchs sorgen – der käme dann 2011 zur Welt. Obwohl er mittlerweile in Hessen lebt, ist Nick Paper übrigens weiter im „westfälischen Pferdestammbuch“ engagiert – dort sind die Züchter zusammengeschlossen.In einiger Zeit will Nick Paper mit seinen Pferden Holz rücken, wie er es einst in den Wittgensteiner Wäldern gelernt hat. Während die Kaltblüter früher bei der Forstarbeit unentbehrlich waren, sei das heute nur noch ein Hobby, sagt Paper. 700 bis 800 Kilogramm wiegt ein Kaltblüter. In „Dauerlast“, also über eine längere Strecke, ziehen sie etwa 200 Kilogramm – ein Viertel ihres Gewichts. „Für einen kurzen Moment können sie aber auch fünf bis sechs Tonnen bewegen“, sagt der Frohnhäuser. Jeder Kaltblüter ist mehr als ein PS stark: „Etwa 1,6 Pferdestärken“, beschreibt Nick Paper.

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