Dodenau

Trinkwasser versickert ungenutzt im Erdreich

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- Battenberg-Dodenau (da). Hochsommer und fast 30 Grad – aber kein Wasser: Für einige Haushalte in Dodenau ist das in diesen Tagen Realität. Grund sind gleich mehrere Löcher in den Wasserleitungen.

Battenberg-Dodenau. Dem städtischen Wassermeister Michael Grings ist der Stress anzusehen: „Ich bin seit mehr als 25 Jahren am Bauhof, so etwas habe ich aber noch nicht erlebt.“ Fast rund um die Uhr suchte er in den vergangenen Tagen nach mehreren undichten Stellen im städtischen Trinkwassernetz.

Auf dem Weg von Battenberg nach Dodenau tritt offenbar Wasser aus der Leitung aus. Üblicherweise werden solche Lecks schnell gefunden. Dieses Mal ist es anders. Die Stadt hat deshalb bereits Experten einer Willinger Fachfirma eingeschaltet. Sie suchten gestern zusammen mit Grings am Auhammer nach Undichtigkeiten.

Im Bereich des Eisenwerks Hasenclever wurde mindestens ein Leck vermutet. In einem 1,5 Kilometer langen Bereich geht Wasser verloren. Die Fachleute stellten das Wasser ab und pumpten Luft in die zehn Zentimeter dicken PVC-Rohre. Allerdings stellten sie dabei keinen Druckverlust fest. Trotzdem versickerte offenbar weiterhin Wasser. In der Nacht waren Techniker mit weiteren Messungen beschäftigt. Möglicherweise wurden durch den Luftdruck Dichtungen wieder angedrückt, erläuterten die Experten. Schlimmstenfalls werde punktuell gebaggert, um die undichten Rohre zu finden, sagte Grings. Eine weitere, aber aufwändige und teure Methode sei das Einfüllen eines speziellen Gases, über das Lecks geortet werden können.

Einen solchen Wasserverlust ohne auffindbare Ursache „habe ich in dieser massiven Form noch nicht erlebt. Das ist sehr kompliziert“, erläuterte der Wassermeister. Fast 30 Kubikmeter verschwinden derzeit täglich zwischen Battenberg und Dodenau ungenutzt im Erdreich. Ein Teil der Wasserleitung am Auhammer ist erst vor drei Jahren erneuert worden – damals waren die Rohre verlegt worden, weil die Battenberger Gießerei neue Abraumhalden anlegte.

Der Rest der Leitung wurde im Zuge der Gebietsreform Anfang der 1970er-Jahre gebaut. Bis dahin hatte Dodenau große Probleme mit der Wasserversorgung, erläuterte Bürgermeister Heinfried Horsel. Mit der Eingemeindung nach Battenberg habe das geendet.Das Wasser liefert der besonders ergiebige Brunnen in Laisa, der sowohl die Kernstadt als auch Dodenau mit Trinkwasser versorgt. Ein Drittel des Dodenauer Wasserbedarfs wird außerdem mit zwei Quellen im Bereich der Außengehöfte gedeckt. Das reicht aber nicht aus, um den Hochbehälter aufzufüllen. „Wir laufen am Limit“, sagte Michael Grings.

Probleme gebe es vor allem in höher gelegenen Wohngebieten wie der Loon-op-Zand-Straße und im Bereich der Wochenendhäuser. Das unbekannte Leck beim Auhammer ist jedoch nicht das einzige Problem. Auch im Bereich der Dodenauer Bahnhofstraße – in der Nähe der Mehrzweckhalle – war ein Rohr gebrochen. Allerdings liegt dort die Wasserleitung drei Meter unter der Erde – üblich ist eine Tiefe von maximal 1,50 Metern. Das erschwere die genaue Lokalisierung des Lecks, sagte Michael Grings. Am frühen Abend gab es aber die Entwarnung: Die fehlerhafte Stelle war gefunden. Ein Rohr sei abgerissen gewesen, berichtete Horsel.

Der Verlust war deshalb enorm: Rund 75 Kubikmeter Wasser, also 75 000 Liter, liefen täglich ungenutzt aus – laut Heinfried Horsel fast die Hälfte des gesamten Dodenauer Wasserverbrauchs.

Bereits in der vergangenen Woche war ein Rohr am Battenberger Eisenberg gebrochen. Es ist inzwischen repariert worden. Wenn auch der Schaden beim Auhammer gefunden worden ist, dauere es noch etwa zwei bis drei Tage, bis alles repariert ist und die Wasserversorgung sich wieder normalisiert, informierte Michael Grings. Laut Heinfried Horsel sind die Schäden möglicherweise Spätfolgen des langen Winters. Direkt nach der Frostperiode seien weniger Rohrbrüche als zunächst befürchtet aufgetreten. Eventuell hätten sich Risse erst im Laufe der Monate vergrößert. „Jetzt ist es richtig dramatisch.“

Neben den verschiedenen Lecks trägt auch der Bau einer Fischtreppe am Ederwehr des Auhammer-Mühlgrabens zur Wasserknappheit bei: Der Graben wurde vorübergehend trockengelegt, der Tiefbrunnen liefert deshalb kein Wasser.

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