Doch auch Baubranche besorgt 

Trotz Corona: Großbaustellen in Waldeck-Frankenberg laufen weiter

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Bauarbeiten für die B-252-neu: Die Baumaschinen planieren die Trasse für die B-252-Ortsumgehung Münchhausen/Wetter/Lahnteil – hier zwischen Münchhausen und Wollmar, wo die Trasse auf die B 236 trifft. 

Waldeck-Frankenberg – Die Arbeiten auf den größten Baustellen in der Region laufen weiter, trotz Coronakrise. So wird nach wie vor in der Uferstraße in Frankenberg und an den B-252-Umgehungen in Dorfitter und südlich von Ernsthausen gebaut. 

Allerdings gibt es teils deutliche Einschränkungen. Ulrich Mütze, Obermeister der Bau-Innung im Landkreis, rechnet mit Auswirkungen für die Bauwirtschaft.

Noch vor gut 14 Tagen habe er gedacht, dass das Virus kaum Auswirkungen haben werde und noch vergangene Woche habe man relativ ungestört arbeiten können, so Mütze. Doch nun seien die Arbeiten auf einigen Baustellen eingestellt worden.

Dass nicht mehr als zwei Personen zusammen sein dürfen, kann zu Problemen führen. Beispielsweise beim Heben von schweren Gegenständen, so der Innungs-Obermeister. Künftig könnten auch Fachkräfte fehlen. Die Situation in der Baubranche könne sich von heute auf morgen ändern. Deutliche Auswirkungen würden sich abzeichnen. „Doch keine Frage: Die Gesundheit geht vor,“ so Mütze.

Auf der größten Baustelle der Stadt Frankenberg in der Uferstraße „laufen die Arbeiten uneingeschränkt weiter“, sagt Bauamtleiter Karsten Dittmar. Für die Bauarbeiter gelten Auflagen: getrennt zur Arbeit fahren, nicht zusammen im Frühstücksraum sitzen. Bisher sei die Fertigstellung der Uferstraße Ende November nicht gefährdet.

„Es läuft, aber nicht normal“, sagt hingegen Stefan Bublak, Bauamtsleiter der Stadt Korbach, mit Blick auf den Rathausneubau. Der Personaleinsatz sei reduziert, Baubesprechungen gebe es nicht, alles erfolge über Telefon und E-Mail. Die Situation könne sich auf Einzugstermin und Kosten auswirken, zum Beispiel, wenn die Stadt länger als geplant Miete für Ausweichunterkünfte zahlen müsse. Immerhin: „In einem halben Jahr hätte es uns härter getroffen, dann wären sechs oder sieben Firmen gleichzeitig vor Ort gewesen. Aktuell ist es nur eine.“

„In vollem Umfang weitergebaut wird an der B-252-Umgehung für Münchhausen, Wetter, Lahntal“, sagt Sonja Lecher von Hessen-Mobil in Marburg. Ihr nordhessischer Kollege Marco Lingemann bestätigt dies für die B-252-Umgehung Dorfitter. „Die Bauprojekte laufen bei Hessen-Mobil weiter wie bisher“, erläutert er. Auch werden, so eine Info aus der Zentrale der Behörde in Wiesbaden, neue Projekte weiterhin ausgeschrieben und vergeben.

Die Sanierung der Beruflichen Schulen in Korbach ist das größte Bauprojekt des Landkreises. Auch dort gebe es bislang keine Einschränkungen. Mehrere Gewerke sind derzeit unter anderem mit Dachdecker- und Malerarbeiten beschäftigt. Lediglich seien die Arbeiten etwas anders getaktet worden, um die Abi-Prüfungen nicht zu stören, heißt es beim Kreis.

Auf einigen Baustellen der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) werden Arbeiten eingeschränkt, wenn diese „ohne Schwierigkeiten“ später erfolgen können, beispielsweise im Netzausbau, sagt EWF-Sprecher Axel Voigt. Laufende Baumaßnahmen, „Projekte mit hoher Priorität für die Energieversorgung sowie Vorhaben, an denen mehrere Träger beteiligt sind, werden nach Möglichkeit wie geplant fortgeführt“. ren/mab

Quelle: HNA

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