ADAC-Skandal: Keine Austritte in Waldeck-Frankenberg

+
Ein „gelber Engel“ im Einsatz: Der Pannendienst ist ein Haupt-Betätigungsfeld des ADAC. Doch bei der Vergabe des Preises „Gelber Engel“ für die beliebtesten Autos der Deutschen soll es Manipulationen gegeben haben.

Frankenberg/Allendorf-Eder. Bei der Wahl zum „Lieblingsauto“ der Deutschen soll der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) geschummelt haben. Die Zahlen könnten bereits seit Jahren geschönt worden sein, gab Karl Obermair, Geschäftsführer des ADAC, gegenüber der Süddeutschen Zeitung zu.

Auch bei der vom ADAC veröffentlichten Reihenfolge der beliebtesten Autos soll es Unregelmäßigkeiten gegeben haben. 

Das hat bundesweit hohe Wellen geschlagen. Michael Ramstetter, Chefredakteur der ADAC-Mitgliederzeitung „Motorwelt“, legte inzwischen sämtliche Ämter nieder. Nach Medienberichten sollen bereits bis zu 15 000 Menschen ihre Mitgliedschaft im ADAC gekündigt haben.

Die Reaktion der dem ADAC angeschlossenen Automobilclubs in Waldeck-Frankenberg fällt unterschiedlich aus.

„Das ist ein Unding“, sagt beispielsweise Holger Behlen, Vorsitzender des Automobilclubs Frankenberg im ADAC. „Das schadet der Glaubwürdigkeit ganz massiv.“

Der ADAC leiste zum einen einen Beitrag für die Allgemeinheit – beispielsweise bei der Anschaffung gelber Westen für Schulanfänger oder der Ehrung verdienter Kraftfahrer, stellte Behlen fest. Zum anderen sei der Allgemeine Deutsche Automobilclub ein „Dienstleister“ für Kraftfahrer im Pannenfall.

„Irgendeiner hat’s verbockt“, sagte Behlen auf die Frage nach einem Schuldigen. „Aber wer – das können wir hier in Waldeck-Frankenberg nicht beurteilen.“

Im AC Frankenberg hätten die geschönten Zahlen „bis dato keine“ Auswirkungen auf die Mitgliederzahlen, betonte Behlen. Der Club zählt rund 170 Frauen und Männer. „Aber man unterhält sich natürlich privat darüber“, räumte Holger Behlen ein.

„Dieser angebliche Skandal ist in Nordhessen überhaupt kein Thema“, sagt dagegen Rainer Gorski, 2. Vorsitzender des Automobil-Sportclubs Lahn-Eder im ADAC. Der AMSC betreibt in Allendorf-Eder intensive Jugendarbeit im Kartsport und zählt 205 Mitglieder. Kein einziges dieser Mitglieder habe wegen des „ADAC-Skandals“ seine Mitgliedschaft gekündigt.

Mehr lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine/HNA Waldeckische Allgemeine.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare