Komplette Renaturierung unwahrscheinlich

„U-Bahn-Graben“ ärgert viele Rosenthaler

Negativ-Beispiel Dammrasen: Viele Rosenthaler wünschen sich die Beseitigung des hässlichen „U-Bahn-Grabens“. Foto: Moniac

Rosenthal. In Rosenthal ist die vorerst letzte Runde zur Auswertung der Bürgerbefragung über die Bühne gegangen: Viele Bürger stören sich an dem "U-Bahn-Graben" am Dammrasen, der aus ihrer Sicht in einem unhaltbaren Zustand ist.

Die Ergebnisse der Befragung zu den Themen "Natur und Landschaft" hatten Walter Mengel, Sigmar Salzmann und Otfried Vaupel zusammengetragen.

Helmut Lapp von der „Initiative Zukunft Rosenthal“ freute sich über die mit etwa 40 Besuchern gute Beteiligung, bedauerte jedoch das mangelnde Interesse vonseiten der städtischen Mandatsträger, deren Auseinandersetzung mit den angesprochenen Fragen wünschenswert und notwendig sei.

Mit Foto-Beispielen aus der Gemarkung Rosenthal eröffnete Walter Mengel den Diskussionskatalog zum Thema „Natur“. Viele Befragte hätten das „Weg-Ackern“ der Wegränder kritisiert, wobei doch gerade die Randstreifen für Wildblumen und in Folge als Nahrung von Insekten von unschätzbarem Wert seien. Auch die Bedeutung des Streuobstgürtels wurde betont. Bienen, andere Insekten und manche Vogelarten fänden sonst keine Nahrung und oft auch keine Rückzugsmöglichkeiten mehr, wodurch einige Arten bereits auf der Roten Liste stünden.

Ein weiteres Thema waren die Bachläufe, deren Durchläufigkeit zwei Drittel der Befragten für wichtig halten. Zur Situation bei Hochwasser erklärte Otfried Vaupel, dass hier bereits relativ kleine Maßnahmen wie etwa ein umgeleiteter Graben zur Entlastung der gefährdeten Wohngebiete führen könnten.

Ein von vielen Rosenthalern bemängelter Punkt war der ironisch als „U-Bahn-Graben“ bezeichnete Dammrasen, dessen Zustand nach heutigen optischen und ökologischen Maßstäben unhaltbar sei. „Eine komplette Renaturierung werden wir kaum hinkriegen“, sagte dazu Vaupel, „aber mit Maß und Ziel ist bestimmt etwas zu erreichen.“

Beim Thema „Wald“ bemerkte Sigmar Salzmann, dass neben der notwendigen Holzproduktion auch arterhaltende Maßnahmen für Tiere und Pflanzen beachtet werden müssten. Zahlreiche Befragte hielten es für notwendig, bei Jugendlichen das Verständnis für eine intakte Natur zu verstärken.

Von Marise Moniac

Was die Rosenthaler fordern, um die Schandflecke in der Landschaft zu beseitigen, lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare