Workshops und Konzerte beim Dekanatsjugendtag zum Thema „Toleranz“ auf Allendorfer Flugplatz

Über den eigenen Schatten springen

Die Jugendgottesdienst-Band „La Blá“ aus Hatzfeld war eine der Gruppen, die beim Biedenkopfer Dekanatsjugendtag auf der Bühne stand. Fotos: Kordesch

Allendorf (Eder) - Bei viel Musik hatten mehr als 100 Jugendliche aus dem Evangelisch-Lutherischen Dekanat Biedenkopf, zu dem Gemeinden des oberen Edertals gehören, am Samstag beim Jugendtag Spaß.

Aus dem Lahntal und dem Breidenbacher Grund brachten zwei Busse die jungen Christen zum Flugplatz in Allendorf, wo sie auf Altersgenossen aus dem oberen Edertal trafen. Höhepunkt des Dekanatsjugendtags war der Auftritt des christlichen Hip-Hop-Musikers Davee, der den Flugzeughangar zum Beben brachte.

Lukas Freistein vorgestellt

Mutmachende Texte und die frohe Botschaft in zeitgemäßen Rapsongs verpacken - wie das geht, hatten die Teilnehmer eines Workshops bereits am Nachmittag mit dem bestens aufgelegten Sänger geübt. Eine erste Kostprobe mit eigenem Text ließen die Nachwuchstalente im Anschluss auf der Bühne hören. Nach dem Abendessen folgten ihnen die heimischen Jugendgottesdienst-Bands „La Blá“ aus Hatzfeld und „Happy Ending“ aus Wallau, die mit gecoverten Pop- und Rocksongs sowie mit Worship-Liedern auf Davee einstimmten, der dann schnell und gekonnt die Stimmung in Richtung Siedepunkt trieb.

Der von Dekanatsjugendreferent Christian Reifert und seinem aus Gemeindepädagogen des Dekanats gebildeten Team organisierte Jugendtag trug in Anlehnung an das Themenjahr „365 Grad - Jahr der Toleranz“ in den Dekanaten Biedenkopf und Gladenbach den Titel „Tolerance-Day“, kurz „T-Day“. Vor allem im Gottesdienst am Nachmittag ging es um dieses vielschichtige Thema. Christian Reifert machte in seiner Predigt mit Gedanken zum Humanismus, der christlichen Nächstenliebe und den Kategorisierungen „like“ oder „dislike“ sowie am Beispiel des barmherzigen Samariters deutlich, auf was es dabei ankommt - unter anderem darauf, über den eigenen Schatten zu springen und auch fremde Positionen zu akzeptieren. Wie schwierig das Überschreiten einer inneren Grenze mitunter sein kann, machten die Jugendlichen mit einer „Mutprobe“ deutlich: Trotz einer versprochenen Geldprämie ließen sich zwei von dreien nicht darauf ein, eine Grille oder einen mit Schokolade umgebenen Mehlwurm zu essen.

Für die Musik während des Gottesdienstes sorgte die noch namenlose Jugendband aus der Kirchengemeinde Buchenau. Im Verlauf der Feier führte der Biedenkopfer Dekan Gerhard Failing und Rebecca Pfeiffer als Vorsitzende der Dekanatsjugendvertretung auch den neuen Gemeindepädagogen Lukas Freistein ins Amt ein. Er ist in den Kirchengemeinden Biedenkopf und Wallau sowie im Dekanat tätig.

Freundschaftsbändchen

Nach dem Jugendgottesdienst begannen die Workshops - des regnerischen Wetters wegen zumeist im Hangar oder im benachbarten Fliegerheim des Luftsportvereins Ederbergland. Da lernten die Jugendlichen nicht nur rappen, sondern beschäftigten sich mit Afrika und dem Leben dort. Als kleine Erinnerung flochten sie Freundschaftsbändchen oder Zöpfchen. Doch auch Bewegung war angesagt: In schwere Plastikkostüme gehüllt, durften sie als Sumo-Ringer aufeinander losgehen oder sich im „American Gladiator“-Spiel mit Plastikkeulen gegenseitig von einem Sockel schubsen. Heiße Kämpfe gab es auch beim „Finger-Rocket“, wo sich die Jugendlichen mit Gummiringen gegenseitig zu treffen versuchten. Geschicklichkeit war beim „Leitergolf“ gefragt, wo zwei mit einem Seil verbundene Kugeln treffsicher um die Leitersprossen geworfen werden sollten.

Außerdem hatten die Jugendmitarbeiter ein Schätzspiel ausgelobt und gefragt, aus wie vielen Nationen dieser Erde Menschen in Deutschland leben. Zu gewinnen gab es Rundflüge vom Allendorfer Flugplatz aus - unter anderem auch einen mit Präses Frank Schmitt als Pilot - sowie Teilnahmekarten für den Jugendkirchentag in Darmstadt im nächsten Jahr. Die von den Teamern recherchierte richtige Lösung lautete übrigens 194. (r)

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