Landgericht Kassel: Strafen für Täter aus Waldeck-Frankenberg

Überfall in Bad Karlshafen: Mann muss fünfeinhalb Jahre in Haft

Waldeck-Frankenberg/Kassel. Vor dem Landgericht Kassel sind jetzt die Urteile gegen zwei 23-jährige Männer aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg gefallen.

Sie hatten einen Bad Karlshafener in seiner Wohnung überfallen.

Der eine Angeklagte, der bis zuletzt seine Unschuld beteuerte, wurde von den Richtern als „geistiger Urheber“ eingestuft. Er soll für fünfeinhalb Jahre hinter Gitter. Der zweite Angeklagte kam mit 18 Monaten auf Bewährung davon.

„Wenn ich sein Geld gewollt hätte, hätte ich ihm einen BMW versprochen, einen falschen Kaufvertrag hingelegt, und er hätte gezahlt“, meinte der mutmaßliche Drahtzieher in seinem Schlusswort. So naiv sei das Opfer gewesen, wollte er damit sagen.

Ein Überfall sei gar nicht nötig gewesen, um den 48-Jährigen zu schröpfen. Denn vor der Tat hatte er kräftig Geschäfte mit dem späteren Opfer gemacht, besorgte ihm gegen Bares gefälschte Papiere, darunter einen britischen Führerschein.

Weil der Arbeitslose hierbei mitbekam, dass der Karlshafener größere Geldbeträge sowie Waffen zuhause aufbewahrte, fasste er laut Gericht den Plan, den Mann auszurauben und stiftete zwei Bekannte als Komplizen an.

Er selbst spielte bei dem Überfall im Mai 2008 den Ahnungslosen. Erbeutet wurden 2500 Euro und eine scharfe Pistole. Einer der Täter war bereits in einem früheren Verfahren verurteilt worden. Er hatte den Karlshafener mit einer Schreckschusswaffe eingeschüchtert.

Der Dritte im Bunde, der ein volles Geständnis ablegte, soll nur eine untergeordnete Rolle gehabt haben. Für ihn blieb es bei einer Bewährungsstrafe. Beide Mittäter hatten im Prozess den Arbeitslosen als Initiator genannt, der die Situation von Anfang bis Ende steuerte.

Eine Darstellung, der das Gericht Glauben schenkte. Auch deshalb, weil der junge Mann schon früher versucht hatte, seine beiden Bekannten anzustiften. Damals sollten sie eine Postagentur überfallen und so den Verdacht von ihm lenken. Er selbst nämlich wurde verdächtigt, für einen früheren Raubüberfall auf die Filiale verantwortlich zu sein.

Für diese versuchte Anstiftung und für seine diversen Geschäfte mit falschen Papieren war er 2009 zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das gleiche Strafmaß verhängte das Gericht noch einmal für den Raubüberfall und bildete aus beiden eine Gesamtstrafe von fünfeinhalb Jahren. (psü/nh)

Quelle: HNA

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