Rekord beim Pfingstmarkt

Überwältigende Festtage auf der Wehrweide - Video

Großer Andrang beim Pfingstmarkt herrschte auch am Familientag.Foto: Glotz

Frankenberg - Mit dem traditionellen Frühschoppen endete am Dienstagabend der Pfingstmarkt nach fünf Tagen voller Musik, Spaß und guter Laune. Die haben deswegen auch die meisten Schausteller auf der Wehrweide. Ihre Bilanz ist zufriedenstellend - die Besucherzahlen sind es auch: Es waren 280000 Gäste in Frankenberg.

„Das Wetter hat uns auf jeden Fall geholfen“ – so oder ganz ähnlich drücken sich am letzten Tag des Pfingstmarktes die meisten Schausteller und Gastwirte auf der Wehrweide aus. Fünf Tage Sonnenschein haben nicht nur für 280 000 Besucher gesorgt – ein neuer Rekord –, sondern auch für so manch durstige Kehle.

Zufrieden ist daher etwa Festwirt Klaus Weingärtner: „Das war gut. Starkes Frankenberg“, lobt er die Illerstädter. Die Umsätze hätten am Dienstagmittag bereits fast die Marke des vergangenen Jahres erreicht – Kummer klingt anders. „Es war, wie man es gewohnt ist in Frankenberg, wenn die Sonne scheint“. Auch die zweite Gastronomie, die der Wirt neben dem Festzelt auf der Wehrweide betreibt, habe steten Zulauf gehabt: „Wir sind zufrieden“ – Frankenberg habe das seit vier Jahren bestehende, hohe Niveau gehalten. Erfreut sei er insbesondere auch darüber gewesen, dass es im direkten Umfeld des Festzeltes keine Schlägereien gegeben habe. „Die Security hatte keine harten Einsätze“, zieht Weingärtner Bilanz. „Da muss ich aber auch der Polizei ein Lob aussprechen, die immer vor Ort ist und immer bereit, die hier eine starke Präsenz zeigt“, sagt er anerkennend. So sei der 435. Pfingstmarkt eine „rundum gelungene Veranstaltung“ geworden.

Gleich neben dem Festzelt stiegen bis gestern Abend mutige Menschen in den „Flash“. Es mag wohl auch an der Nähe zum Ausschank liegen, dass Betreiber Thomas Weber ebenfalls positiv angetan ist von Frankenberg, denn: „Manche müssen sich für unser Geschäft doch den nötigen Mut erst einmal antrinken“, sagt er und lacht. Der „Flash“ sei so gut besucht gewesen, dass Weber, der zum ersten Mal auf der Wehrweide stand, gerne wiederkommen würde. „Auf diese Veranstaltung kann Frankenberg sehr stolz sein“, sagt der Schausteller anerkennend. Ihm seien besonders zwei Dinge aufgefallen: Einerseits habe sein Geschäft sehr viele Jugendliche Gäste gehabt und andererseits sei der „Flash“ auch in den Abendstunden sehr gut besucht gewesen – „das haben wir woanders nicht, wenn wir um 22.30 Uhr dicht machen müssen“, erklärt er. „Hier hat einfach alles gepasst“.

Nicht ganz so positiv sieht Beate Neuen den Pfingstmarkt. Mit der Geisterbahn „Daemonium“ war sie ebenfalls zum ersten Mal in der Stadt. „Eigentlich besuchen wir größere Volksfeste, die länger dauern“, sagt sie – etwa den Cannstatter Wasen. „Wir brauchen 15 Transporte, bis die Bahn steht“, erklärt sie, warum sich fünf Tage kaum lohnen und zieht ein wenig erfreuliches Fazit: „Wir werden in der nächsten Zeit wohl nicht mehr her kommen“ – obwohl es ihr Landschaft und Leute durchaus angetan hätten.

Immer wieder mit dabei hingegen ist Torsten Laege. Der ehemalige Havanna-Wirt betreibt keine großen Stand – dennoch genießt er Kultstatus. Auch Laege ist zufrieden. „Es hat mich gefreut, endlich mal wieder hinter der Zapfsäule zu stehen“, sagt er und lacht, während seine Mitarbeiter auch am Dienstag noch fleißig ausschenken. „Das Fest ist zufriedenstellend verlaufen“, zieht Laege Bilanz. „Es war wieder schön, ehemalige Havanna-Gäste zu sehen. Das ist eben ein echter Treffpunkt der Frankenberger“, sagt er.

Ein Treffpunkt für die Frankenberger ist nach Ansicht von Max Wagner, dem Organisator des bunten Treibens, der ganze Pfingstmarkt. Er ist begeistert von der großen Zahl an Gästen: „Der Feuerwerks-Abend war super besucht und der Viehauftrieb so gut wie noch nie.“ Ein kleiner Dämpfer sei der Samstag gewesen, „aber da sind wir bereits in Gesprächen, was wir vielleicht ändern könnten“, kündigt Wagner an und fügt hinzu: „Die Frankenberger dürfen sich für 2013 auf die eine oder andere Überraschung freuen.“ Wagners persönlicher Höhepunkt war kein Fahrgeschäft, keine Veranstaltung, sondern die Offenheit der Frankenberger: „Es stehen alle hinter einem, gerade in so einer schweren Stunde“, sagt der Organisator, dessen Großmutter vor einigen Tagen verstorben ist. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass ein so junger Mann ein derart bedeutendes und großes Fest nun ganz alleine organisiere. Das in ihn gesetzte Vertrauen mache ihn stolz. Er gehe voller Zuversicht in die Vorbereitungen für das nächste Jahr – um den Frankenbergern wieder ein ganz besonderes Fest zu schenken.

Für die meisten Gäste war ganz offensichtlich bereits dieser Pfingstmarkt etwas Besonderes. Während der Dienstag eigentlich ein regulärer Arbeitstag ist, nutzten die Frankenberger Unternehmen den Tag wieder für einen Betriebsausflug ins Festzelt. Dort sorgten „Winfried Stark und seine original Steigerwälder“ für Stimmung. Die Menge tanzte auf Stühlen und Tischen und auch viele Schüler ließen sich diese Feier unter der Woche nicht entgehen. Draußen nutzten derweil viele Eltern und Kinder den Familientag, um noch einmal die Fahrgeschäfte auf Herz und Nieren zu testen – zum halben Fahrpreis und freundlich beschienen von der Maisonne – wie in den vergangenen fünf Tagen.

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