Stadt und Nachbar streiten vor Gericht 

Umbau der Gemündner Friedhofskapelle verzögert sich

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Großbaustelle: Dieser Radlader ist eigentlich in Richtung Schulzufahrt unterwegs. Aber auch an der Kapelle werden bereits Vorbereitungen für die anstehende Sanierung getroffen. 

Gemünden. Der Zugang zur Friedhofskapelle Gemünden soll verändert werden. Doch noch passiert nicht viel, denn die Stadt und ein Nachbar streiten vor Gericht. 

Hier ein Radlader, da eine Vollsperrung und daneben lauter aufgewühlte Erde – am Anfang der Rosenthaler Straße in Gemünden zwischen Friedhof und Schule wird eifrig gebaut. Auf der einen Seite entsteht der neue Schuleingangsbereich, auf der anderen werden die ersten Arbeiten an der Friedhofskapelle in Gemünden erledigt. So richtig geht es aber noch nicht voran, da die Stadt in eine Auseinandersetzung mit einem Anlieger verstrickt ist.

„In sechs bis acht Wochen findet der nächste Gerichtstermin statt“, sagt Bürgermeister Frank Gleim. Streitpunkt sei ein Garten, der an den das Gelände der Friedhofskapelle grenzt. Ein Teil dieses Grundstückes gehöre der Stadt, werde aber vom Nachbarn und dessen Vorfahren seit Jahrzehnten mit Einverständnis der Stadt genutzt. Soweit herrscht Einigkeit zwischen den Parteien. Jetzt will die Stadt das Teilstück aber zurück.

Uneinigkeit besteht über die bereits in den 50er-Jahren getroffenen Nutzungs-Absprachen, zu denen es keine schriftlichen Verträge gibt. Mehrere Versuche der außergerichtlichen Streitschlichtung seien gescheitert, sagt Gleim. Auch ein erster Termin vor Gericht führte nicht zur Beilegung der Auseinandersetzung. Der Nachbar, der der Redaktion namentlich bekannt ist, wollte sich auf Nachfrage gegenüber der HNA nicht zur Sachlage äußern.

„Wir brauchen den Teil des Grundstückes, um die geplante bauliche Ausführung umsetzen zu können“, sagt Gleim. Bisher diskutierte Alternativen seien nach Rücksprache mit dem Planer nicht umsetzbar, wenn man das Ziel eines einfacheren Zuganges zum Friedhofsgelände von der Rosenthaler Straße her umsetzen wolle.

Dort soll mehr Platz zum Rangieren für Bestatter entstehen sowie maximal zwei Halteflächen für trauernde Angehörige, erklärt Gleim. Außerdem solle die Treppe, die in einem schlechten Zustand ist, erneuert und versetzt werden. Die neue Treppenführung solle deutlich flacher verlaufen und so Besuchern einen sanfteren Aufstieg erlauben. Das brauche mehr Platz als die bisherige Lösung. Gleichzeitig solle der Vorplatz der Kapelle erneuert, sagt Gleim. Um einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen, sollen die Stufen vor der Kapelle entfernt werden. Stattdessen soll das Bodengefälle zur Kapelle zukünftig leicht ansteigen.

Das Projekt soll 80 000 Euro kosten und wird über das Kommunal-Investitionsprogramm finanziert.

Da dieselbe Firma, die auch am Schuleingang baut, die Arbeiten an der Friedhofskapelle ausführen soll, wurden einige Arbeiten trotz Rechtsstreits bereits begonnen. Dazu gehört die Trockenlegung der Außenwände, aber auch das Auskoffern für die späteren Pflasterarbeiten.

Fertiggestellt werden soll das Projekt spätestens im kommenden Frühjahr, hofft Bürgermeister Frank Gleim. 

Quelle: HNA

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