Der Umgang mit Schuld - Kommentar zum Urteil nach Unfall mit zwei Toten

Frankenberg. Zu einer Geldstrafe hat das Amtsgericht Frankenberg einen 24-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen verurteilt. Das Urteil wird viel diskutiert. Ein Kommentar von Friederike Szamborzki.

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Hätte, wäre, wenn – diese Wünsche hingen über der Verhandlung um den tödlichen Unfall vor dem Frankenberger Amtsgericht. Hätte nur das Auto Airbags gehabt. Wären die Mitfahrer auf der Rückbank nur angeschnallt gewesen. Wenn der Baum nur ein paar Meter weiter gestanden hätte.

Vielleicht wären dann an diesem kühlen Tag im vergangenen Oktober keine Toten und Schwerverletzten zu beklagen gewesen. Das Schicksal wollte es anders. Wie geht man da mit Schuld um?

Richterin Andrea Hülshorst hatte Recht, als sie in ihrer Urteilsbegründung darauf hinwies, dass niemand, der sich mit dem Auto im Straßenverkehr bewegt, vor solch unglücklichen Zufällen, vor Unachtsamkeiten und Sekundenschlaf gefeit ist. Autofahrer sind auch nur Menschen.

Hülshorst hatte ebenfalls Recht in der Begründung des Strafmaßes: Auch eine härtere Strafe macht die beiden getöteten Korbacher nicht wieder lebendig. Ihren Tod kann man mit Geld nicht bezahlen. Der Angeklagte ist gestraft genug: Er weiß um seine Schuld – lebenslänglich.

E-Mail an die Autorin: fsz@hna.de

Quelle: HNA

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