Gemeinde muss Müllberg auf eigene Kosten entsorgen lassen

Unbekannte kippten Müll und Hausrat ins Wasserschutzgebiet in Haina

+
Entsetzt über den Müllhaufen: Bürgermeister Rudolf Backhaus und Ordnungsamtsleiterin Sabine Kraft betrachten die illegalen Ablagerungen bei Kirschgarten. Die Gemeinde wird den Unrat entsorgen.

Haina. Einen Berg von illegal abgelagertem Müll am Rande eines Waldstückes zwischen dem Wohnplatz Kirschgarten und dem Ortsteil Halgehausen muss die Gemeinde Haina jetzt auf eigene Kosten entsorgen lassen.

Auf gut 30 Quadratmetern haben Unbekannte neben Gras- und Strauchschnitt alte Möbel, Teppiche, Hausrat und sogar Teerpappe abgekippt. Und das in einer Wasserschutzzone.

Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus und Ordnungsamtsleiterin Sabine Kraft stehen entsetzt vor dem Riesenhaufen Unrat am Rand eines Waldstückes zwischen Kirschgarten und Halgehausen. Dort, wo früher Osterfeuer brannten, türmen sich Gras- und Gehölzschnitt, Möbel, Türen, Teppiche. Beim Wühlen entdecken sie auch Teerpappe und einen alten Fernseher. „Das Zeug muss schnellstens weg“, sagt der Bürgermeister. Schließlich lagert der Unrat in einer Wasserschutzzone.

Nur wenige Meter unterhalb der Ablagerung beginnt das Terrain, in dem die Leitungen liegen, die Wasser aus Oberflächenquellen in die Sammelstelle Kirschgarten bringen, von wo aus das Trinkwasser in den Hochbehälter Halgehausen gepumpt wird. Der Wasserleitungszweckverband Bunstruth versorgt mit dem Wasser aus der Oberflächenquelle Kirschgarten die Hainaer Ortsteile Halgehausen und Bockendorf, die Kernstadt Gemünden und deren Stadtteile Grüsen und Sehlen.

Muss weg: Die Gemeinde will auch den Unterstand nebenan abtragen, der illegal auf Gemeindegelände gebaut wurde.

Aufmerksam geworden war die Gemeinde auf den Unrat durch einen Hinweis der SPD-Gemeindevertreterin Petra Staude-Hansmann: Kürzlich hatten sich Parlamentarierer aus beiden Kommunen in einem Arbeitskreis für eine Reduzierung der Nitratwerte aus der Quelle eingesetzt (HNA berichtete).

Die Gemeinde Haina wird die illegale Müllablagerung nun auf eigene Kosten entsorgen. „Das sind mindestens drei Container voll und kostet mehrere 1000 Euro, die letztendlich der Steuerzahler aufbringen muss“, wettert Bürgermeister Backhaus. Vielleicht werde es sogar noch teurer. „Wer weiß, was alles noch zu Tage kommt, wenn der Bauhof den Müllhaufen abträgt“, sagt er. Der Unrat-Berg häuft sich nicht nur am Wegrand, sondern auch vier, fünf Meter an einer Böschung hinab.

Wer dort Müll hinkippt, das weiß die Gemeinde nicht. Bekannt ist aber, dass dort früher Osterfeuer abgebrannt wurden. In unmittelbarer Nähe steht ein angebrannter Baum. Angemeldet wurden solche Osterfeuer bei der Gemeinde jedoch noch nie. Ob sie noch stattfinden, weiß der Bürgermeister nicht. Aber der Unterstand, den sich Feiernde auf dem Gemeindegelände illegal gebaut haben, ist in einem guten Zustand, wurde sogar in jüngster Zeit erweitert. Eine Preisliste für Getränke hängt an einem Balken. „Auch der Unterstand kommt weg“, sagt der Bürgermeister. „Wir werden mit aller Härte gegen die Verursacher vorgehen.“ Schließlich biete die Gemeinde viele Möglichkeiten der Müllentsorgung an – auch für Hausrat, Baumschnitt. Reifen oder Sondermüll.

Ordnungsamtsleiterin Sabine Kraft weist darauf hin: „Es handelt sich bei dieser illegalen Müllablagerung nicht nur um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um eine Straftat.“ Sie und Bürgermeister Rudolf Backhaus bitten darum, der Gemeinde Hinweise auf die Verursacher zu geben. „Wir werden sie auf jeden Fall vertraulich behandeln“, sagt Sabine Kraft. 

Hinweise an Sabine Kraft, Gemeindeverwaltung Haina, Tel. 06456/9289012.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion