Verkehrsstatistik der Polizei für 2020

Unfälle in Waldeck-Frankenberg: 15 Tote in einem Jahr

Ein Polizeiwagen mit Blaulicht. Auf dem Dach steht UNFALL in rot.
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Unfall: Ein Streifenwagen der Polizei mit Blaulicht. (Symbolbild)

Weniger Unfälle, aber deutlich mehr Todesopfer und Schwerverletzte: Das weist die Verkehrsunfallstatistik des Landkreises Waldeck-Frankenberg aus, die Kriminaldirektor Achim Kaiser als Leiter der Polizeidirektion vorgelegt hat.

Waldeck-Frankenberg - Vermutlich bedingt durch die Corona-Pandemie ist die Zahl der Verkehrsunfälle in Waldeck-Frankenberg im Jahr 2020 um 15,63 Prozent auf 3304 (Vorjahr: 3916) gesunken. Nicht im gleichen Maße zurückgegangen ist jedoch die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Menschen verletzt oder gar getötet wurden. Hier fiel der Rückgang mit 8,56 Prozent (von 514 auf 470) deutlich geringer aus.

15 Personen verloren bei Verkehrsunfällen auf den Straßen des Landkreises ihr Leben. Das sind 2,5 Mal so viele wie 2019 (6). Elf der Todesopfer waren als Fahrer oder Beifahrer in einem Pkw unterwegs, drei mit einem Motorrad über 125 ccm, einer als Fußgänger. 200 Personen wurden bei Verkehrsunfällen schwer verletzt; das waren neun mehr als 2019.

Die meisten Schwerverletzten, nämlich 70 (2019: 52), gab es auf Bundesstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften. Dagegen ging die Zahl der Leichtverletzten deutlich um 17,89 Prozent auf 413 (503) zurück. Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle. Die Polizei registrierte 275 Verstöße dieser Art, im Vorjahr 256.

Volker König, Leiter des regionalen Verkehrsdienstes der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg

„Es scheint, dass bei weniger Verkehrsaufkommen schneller gefahren wurde. Dadurch waren die Unfallfolgen gravierender und konnten auch durch die immer besser werdenden Sicherheitssysteme nicht kompensiert werden“, hat Polizeihauptkommissar Volker König, Leiter des regionalen Verkehrsdienstes, analysiert.

Bei den Unfallursachen stellte de Polizei deutlich weniger Delikte unter Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln fest (66 Unfälle im Vergleich zu 101 im Vorjahr). „Der deutliche Rückgang erklärt sich durch die Coronabeschränkungen. Im vergangenen Jahr fanden keine Feste und Feierlichkeiten statt, Gaststätten und Diskotheken hatte über längere Zeiträume nicht geöffnet“, sagt König.

Viele Unfälle mit jungen Fahrern

Die Altersgruppe der „jungen Fahrer“ (18 bis 24 Jahre) war nach der Polizei-Verkehrsunfallstatistik im Jahr 2020 an 695 (Vorjahr 773) Verkehrsunfällen beteiligt. Dabei wurden 115 (128) Personen dieser Altersgruppe verletzt – fast ausschließlich als Fahrer oder Mitfahrer in einem Pkw. Weiterhin positiv bewertet die Polizei das „Begleitende Fahren mit 17“. Hier gab es im Jahr 2020 nur einen Unfall, wobei der 17-jährige Fahrer jedoch nicht der Verursacher war. 

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