Unfall geklärt: Witzbold und Zeugen im Spiel

Frankenberg. Nach einem Unfall in der Nähe der Ederberglandhalle hat die Polizei mithilfe von Zeugen den Verursacher ermittelt. Herausgekommen ist aber auch, dass offenbar ein unbekannter Dritter seine Finger im Spiel und einen Notizzettel ausgetauscht hatte.

Zur Erinnerung: Während einer Großveranstaltung in der Ederberglandhalle war am Sonntag ein silberblauer Opel angefahren worden. Hinter dem Scheibenwischer fand der Opelfahrer später einen Notizzettel mit einem Namen und einer Telefonnummer in Korbach. Diese Nachricht führte aber nicht zum Verursacher, weil sie ganz offensichtlich gar nicht von ihm stammte.

Die Frankenberger Polizei glaubte zunächst, dass der tatsächliche Verursacher den Zettel mit falschen Angaben hinter den Scheibenwischer klemmte, um Passanten den Eindruck zu geben, er würde sich um die Sache kümmern. Ein veröffentlichter Zeugenaufruf sollte Klarheit in die Sache bringen - schließlich waren zahlreiche Besucher bei der Veranstaltung in der Ederberglandhalle.

Der Aufruf der Polizei brachte den erwünschten Erfolg: Bei den Ermittlern meldeten sich am Montag mehrere Zeugen. Ein Mann hatte den Fall beobachtet und sich Fahrzeugtyp und nahezu das komplette Kennzeichen gemerkt. Eine andere Zeugin hatte sogar Kontakt zu dem Unfallverursacher. Der Autofahrer hatte die Frau gebeten, ihr einen Notizzettel zu geben, da er selbst nur einen Kugelschreiber hatte. Die Frau gab dem Mann laut Polizei einen Pappteller, weil auch die kein Blatt Papier hatte. Auf der Pappe, so die Zeugin, notierte der Mann seine Personalien und heftete diese Nachricht an das beschädigte Auto. Außerdem machte der Mann Fotos vom Schaden.

Später muss, so die Einschätzung der Polizei, „irgendein Witzbold“ gekommen sein und die Pappe gegen einen gebrauchten Parkschein mit falschen Angaben ausgetauscht haben. Nachdem die Zeugen sich gemeldet hatten, ermittelte die Polizei anhand des Kennzeichens den 61 Jahre Verursacher aus Korbach. Er räumte den Unfall ein und zeigte sich erleichtert, dass man sich nun endlich mit ihm in Verbindung gesetzt hatte.

Die Polizei riet, nach Parkremplern unbedingt die Ordnungshüter zu verständigen, um ein Ermittlungsverfahren wegen Unfallflucht zu vermeiden - das hat der 61-Jährige nämlich nun trotz seiner Bemühungen am Hals. Welches Motiv der unbekannte Dritte beim Austauschen der Nachricht gespielt hat, bleibt wohl ungeklärt.

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Quelle: HNA

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