65 Jahre Musikzug

Ein Bär in Uniform

Battenberg - Der Musikzug aus Battenberg feiert 65. Vereinsgeburtstag. Fast genauso alt ist das Maskottchen der Musiker - ein Bär in Marine-Uniform. Frieda Bienhaus erinnert sich, wie es zu dieser Idee kam.

Seit der Vereins-Gründung vor 65 Jahren ist die nunmehr 92-Jährige Frieda Bienhaus dem Musikzug Battenberg als Mitglied verbunden. Als Ehefrau des früheren Vorsitzenden Kurt Bienhaus hat sie das Vereinsgeschehen aus nächster Nähe passiv miterlebt und aktiv mitgetragen. Noch heute nimmt die Seniorin am regelmäßigen Treffen des Musikzugfrauen-Kränzchens teil. Außerdem ist sie Ehrenmitglied.

Ein besonderes Erinnerungsstück an die Anfangszeit in den 1950-er Jahren ist für sie der alte Teddy in Spielmannszug- Uniform, der in den ersten Jahren als „Battenberger Bär“ und Maskottchen des Spielmannszuges seinen festen Platz auf der Pauke hatte. Den Teddybär, der auch schon fast 65 Jahre alt ist und sichtbare Zeitspuren hat, hat sie bis heute aufgehoben.

Einige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann sich das Alltagsleben überall in Deutschland allmählich zu normalisieren. Frieda Bienhaus erinnert sich daran, wie in den Gemeinden die Nachbarschaftshilfe praktiziert wurde: Das gesellige Beisammensein im Familien- und Freundeskreis habe damals einen besonderen Stellenwert gehabt. In den Wohnstuben gab es spontane und unterhaltsame Treffen und auch in den verschiedenen Gasthäusern traf sich die Bevölkerung zum Umtrunk und zum Gespräch. Zudem wurde das Vereinsleben wiederbelebt und neue Vereinsfeiern geplant.

So ist auch der Spielmannszug bei der Vorbereitung zum ersten Karnevalsumzug in der Bergstadt entstanden (die Heimatzeitung berichtete). Damals nahmen gerade die Flüchtlinge großen Einfluss auf das gesellige Leben. Das Karnevalsfest war ein großes Ereignis, an das sich die älteren Battenberger noch gut erinnern. Der Spielmannszug fand seinerzeit guten Zuspruch und blieb bestehen. Viele Freundschaften entstanden und vieles wurde gemeinsam unternommen.

Aus einem solchen Anlass heraus entstand auch das Maskottchen des Musikzuges. Der etwa 60 Zentimeter große Teddy wurde als „Battenberger Bär“ in Handarbeit mit der Spielmannszug-Uniform eingekleidet. An der weißen Mütze ist bereits ein Marine-Band befestigt. Frieda Bienhaus weiß heute nicht mehr, wer damals an dieser Aktion beteiligt war.

Unvergesslich sind für sie auch die vielen geselligen Treffen zur Vorbereitung von Unterhaltungsabenden, zu denen die Aktiven des Spielmannszuges abwechselnd in das Hotel Rohde und in das Hotel Clemens eingeladen hatten. Ob es die Musik, das Laientheater oder einfach nur das gesellige Beisammensein waren - immer gab es in froher Runde viel Spaß.

In den ersten 25 Jahren zählten nur Männer zu den aktiven Musikanten in Uniform. Heute sind auch viele Frauen und Mädchen aktiv. Doch schon damals unterstützten die Frauen die Vereinsarbeit - als passive Mitglieder. Frieda Bienhaus etwa leitete von Beginn an die erste Frauengruppe des Musikzuges, von der sich noch heute - 65 Jahre später - eine altersbedingt kleiner gewordene Gruppe bestehend aus Margot Benner, Frieda Bienhaus, Lieselotte Birkenbusch, Helga Henkel, Else Mohr und Bertl Orlich wöchentlich trifft. (ph)

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