Allendorf

Unterschriften gegen Motorradrennen

- Allendorf (Eder) (da). Knatternde Motoren, tausende Besucher: So haben sich Veranstalter Hinrich Hinck und Bürgermeister Claus Junghenn das erste Wochenende im Mai vorgestellt. Doch sie stoßen auf Widerstand.

Kaffeetrinken, während vor dem Fenster die Superbikes knattern – so haben sich viele Allendorfer die Feier der Konfirmation nicht vorgestellt. Denn diesen Segen wollen junge Christen am 2. Mai empfangen und damit ins kirchliche Erwachsenenalter übertreten. Doch an jenem Sonntag ist auch das erste Rennen auf dem „Ederberlandring“ geplant. Wie berichtet, plant Hinrich Rinck aus Bremervörde ein Rennwochenende, bei dem Fahrer in neun Klassen gegeneinander antreten. Für Samstag, 1. Mai, sind Trainingsrunden vorgesehen, die eigentlichen Rennen folgen am Sonntag.

Der Gemeindevorstand um Bürgermeister Claus Junghenn hatte im vergangenen Jahr sein Okay zum Rennwochenende gegeben, der Streckenverlauf über Besenacker, Riedweg, die Bahnhofstraße und die Beetwiese ist schon genehmigt.

Nach der Veröffentlichung in der Frankenberger Zeitung am 22. Januar wurde das Vorhaben nicht nur in Allendorf diskutiert. Viele Biker aus der Region fiebern dem Rennen entgegen. Im Sozialnetzwerk „wer-kennt-wen.de“ haben sich bislang 568 Nutzer in der zugehörigen Gruppe angemeldet.

Im Allendorfer Gemeindeparlament wurden am Mittwochabend Bedenken laut. „Die Rennstrecke führt an Gaststätten vorbei, in denen gefeiert wird“, sagte Dirk Hofmann (CDU), der Bürgermeister Claus Junghenn nach dem weiteren Vorgehen fragte. „Die Anwohner wurden bislang nicht um Einverständnis gefragt“, erklärte der Verwaltungschef. Mit Pfarrer, Veranstalter und Eltern der Konfirmanden sei gesprochen worden, um einen Kompromiss zu finden. Ein weiteres Gespräch finde am Freitag statt.

Am Montagabend werde sich dann der Gemeindevorstand noch einmal mit dem Rennen befassen und „abschließend entscheiden“, sagte Junghenn.Unmut über den Termin regt sich nicht nur in Allendorf. Auch in Dodenau gibt es kritische Stimmen, denn im größten Stadtteil des Mittelzentrumspartners Battenberg wird das Maifest gefeiert, das wie in jedem Jahr die Volksfestsaison in der Region eröffnet.

Organisator Hinrich Hinck geht unterdessen davon aus, dass das Rennen wie geplant stattfindet. „Ich habe ja die Genehmigung der Behörden und der Gemeinde. Von meiner Seite aus läuft das alles.“

Im Marburger Stadtteil Wehrda richtete Hinrich Hinck vor drei Jahren ein Motorradrennen aus, 3500 Besucher kamen. Anschließend protestierten Anwohner und eine Kirchengemeinde erfolgreich gegen eine Wiederholung. Ein Ersatzkurs wurde nicht genehmigt.

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