Unterstützung für Langzeitarbeitslose

Jobcenter erhält mehr Geld - Beratung soll intensiver werden

Waldeck-Frankenberg. Das Jobcenter Waldeck-Frankenberg verstärkt seine Bemühungen um Langzeitarbeitslose: Intensive Beratung soll ihre individuellen Stärken zu Tage fördern.

Direkte Gespräche und finanzielle Anreize sollen Arbeitgeber ermuntern, ihnen eine Chance zu geben. Helfen soll ein Programm, welches das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie der Europäische Sozialfonds (ESF) fördern. Das Jobcenter erhält darin 2,9 Millionen Euro für fünf Jahre.

„Der Arbeitsmarkt läuft sehr gut, aber Langzeitarbeitslose profitieren nicht so stark“, erklärt Otto Richter, Bereichsleiter Markt und Integration beim Jobcenter Waldeck-Frankenberg. Für das neue Förderprogramm gilt die europäische Definition von Langzeitarbeitslosen. Es richtet sich an Menschen, die seit zwei Jahren keinerlei Beruf haben. „Unsere Plangröße sind 75 Teilnehmer, wenn nötig können wir nachordern,“ erklärt Richter.

Erster Punkt des Programms ist der Einsatz zweier „Berufsakquisiteurinnen“: Gabriele Rassner und Cornelia Schwabe arbeiten zwei Jahre lang die Vorlieben, Fähigkeiten und „Soft Skills“ der Arbeitssuchenden heraus, suchen auch in ihren Freizeitbeschäftigungen nach Stärken. „Ein Mann erzählte mir, wie gern er Fahrrad fährt“, erklärt Gabrielle Rassner - sie habe gefragt, ob er auch an Rädern arbeiten könne: „Da hatte er gar nicht dran gedacht.“ Im Kern sei das die gleiche Arbeit, die die anderen Betreuer des Jobcenters verrichten, erklärt Geschäftsführer Reinhold Lohmar. Die Akquisiteurinnen könnten jedoch viel mehr Zeit für ihre Fälle investieren.

Ihr nächster Schritt ist, die Stärken der Bewerber bei den Firmen zu besprechen. „Wenn sich jemand schon einmal bei einem Betrieb beworben hat, haken wir auch nach, warum das nicht geklappt hat“, sagt Schwabe. „Wir wissen, wie die Bedürfnisse auf beiden Seiten aussehen“, sagt Projektleiterin Kirsten Bischoff. (wf/nh)

Wie die Arbeitgeber konkret von dem neuen Programm für Langzeitarbeitslose profitieren, lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare