Abschied vom Gymnasium

Urgesteine verlassen die Edertalschule

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Vierfacher Abschied: Detlef Beinroth, Herbert Kraft, Schulleiter Winfried Deichsel und Friedhelm Plessow verlassen nach Jahrzehnten an der Edertalschule das Frankenberger Gymnasium.

Frankenberg - Nicht nur Schulleiter Winfried Deichsel verlässt die Edertalschule: Gestern wurden in einer Feierstunde mit vielen persönlichen Worten insgesamt 13 Lehrer in den Ruhestand oder an andere Schulen verabschiedet.

Musik aus den 1960er-Jahren hallte durch die alte Aula der Edertalschule - passend zur Verabschiedung der „Alt-68er“, wie die Band scherzhaft die Hauptpersonen der kleinen Feier am letzten Schultag nannte: Detlef Beinroth, Herbert Kraft und Friedhelm Plessow verlassen die Edertalschule. Jahrzehnte haben sie das Frankenberger Gymnasium mitgeprägt und mitgestaltet - ganz wie Schulleiter Winfried Deichsel, für den die Verabschiedung der Kollegen einer der letzten offiziellen Akte war.

Detlef Beinroth war seit 1978 an der Edertalschule. Zweimal wurde er während seiner Zeit als Lehrer an andere Schulen abgeordnet. Deichsel beschrieb Beinroth als einen der ersten Lehrer, die fächerübergreifenden Unterricht genutzt hätten - „heute ist das hochmodern“. Besonders seine eigenen Fächer - Englisch und Geografie - habe er verknüpft. Beinroth selbst sagte, er sei erstmals wirklich über sein Alter ins Grübeln gekommen, als ihm während der voll besetzten Zeugniskonferenz von einem jungen Kollegen ein Stuhl angeboten worden sei.Wahre Eigengewächse der Edertalschule sind Friedhelm Plessow und Herbert Kraft, haben sie doch ihr Abitur bereits dort absolviert. Seit 1980 unterrichtete Plessow am Gymnasium Sport und evangelische Religion. Deichsel lobte ihn aber auch dafür, dass er lange Jahre die Lehrmittelbibliothek betreut hat. Kraft war seit 1988 an der Edertalschule, von der er aber gleich an die Beruflichen Schulen abgeordnet wurde. Bereits zuvor war er elf Jahre an den Beruflichen Schulen von Korbach und Bad Wildungen tätig. Seine Fächer waren ebenfalls Sport sowie Geografie und Politik. Er ist seit 2007 am Programm zur Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen beteiligt. 2005 wurde Kraft Oberstudienrat und beauftragt mit der „Koordination eines Gesamtkonzeptes von Bildung, Erziehung und Betreuung“. Plessow hingegen war besonders engagiert im Bereich „Jugend trainiert für Olympia“ und in der Betreuung der studentischen Praktikanten von der Marburger Philipps-Universität.

Die Lehrer der Fachschaft Sport erklärten, die Lücke, die Plessow und sein Kollege Kraft reißen würden, sei kaum zu füllen. Die beiden Lehrer seien sehr verlässlich und gute Vorbilder - eben „Typen vom alten Schlag“. Für beide gab es als Geschenk ein Trikot in den Farben der Edertalschule. Auch Deichsel erhielt ein Exemplar - mit „Chef“ statt Namen auf dem Rücken. Die anderen Fachschaftler überreichten den drei Lehrern ebenfalls kleine Andenken und Geschenke und wünschten in Grußworten einen angenehmen und vielseitigen Ruhestand - verbunden mit dem Wunsch, sich regelmäßig zu sehen.

Referendariate beendet

Doch die drei Veteranen waren nicht die einzigen Kollegen, die Deichsel verabschiedete. Mit den Worten „Zarte Bande sind doch die stärksten“, erklärte der scheidende Schulleiter, warum Irene Buchinger, Lehrerin für Englisch, Biologie und Erdkunde, Frankenberg in Richtung Frankfurt verlässt. Freiwillig scheidet Beate Cwiertnia aus dem Dienst des Landes Hessen aus. Die Lehrerin für Geschichte und katholische Religion zieht es nach Halle, wo sie fortan an einer katholischen Schule unterrichtet.

Mit der Belastung durch die doppelten Jahrgänge erklärte Winfried Deichsel den Bedarf nach Lehraufträgen in den vergangenen Jahren - diese würden nun zurückgefahren. Deshalb verabschiedeten sich die Lehrer von den Kollegen Antje Clasen, Ulf Debelius und Carola Wege. Auch Frater Michael, der katholische Religion unterrichtete, verlässt das Gymnasium.

Schließlich endete gestern mit dem Schuljahr auch die Ausbildung von vier jungen Kolleginnen, die Frankenberg verlassen. Die vier Referendarinnen Selina Pfannkuche, Esther Kelz, Martina Engel und Anja Schinkel unterrichten künftig an anderen Schulen.

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