Geplanter Bestattungswald am Ortsrand von Osterfeld wurde in Augenschein genommen

Urnengräber an 98 Bäumen

Waldbegang: 35 Vertreter aller Gemeindegremien, angefangen beim Gemeindevorstand bis hin zu den Ortsbeiräten nahmen an der Begehung teil. In der Schmalhardt bei Osterfeld ist ein Bestattungswald geplant. Foto: Strieder

Allendorf-Eder. Es sind 98 Bäume, die Revierförster Erich Wetzlar auf einer Fläche von 2,4 Hektar am Südhang der Schmalhardt mit Farbbändern versehen hat. Diese weißen Bändchen signalisieren, dass an jenen Bäumen eine Bestattung in Urnengräbern möglich erscheint.

Rund 35 Teilnehmer kamen jüngst zum Waldbegang der Gemeindegremien. In Begleitung zweier Forstbeamten besuchten die Kommunalpolitiker den vorgesehenen Standort für einen Bestattungswald am Ortsrand von Osterfeld.

Weitere gelbe Bänder kennzeichnen zudem 240 Bäume, die laut Wetzlar vital genug sind, um dort weiterwachsen zu können. Rote Bänder zeigen Bäume an, die nach Meinung des Forstfachmanns geschlagen werden sollten.

Mehr Bäume sollten nach Wetzlars Ansicht nicht entnommen werden, da sonst der Waldcharakter geschädigt würde. Außerdem würde zu viel Licht an die Begleitvegetation gelangen. Zwischen den geeigneten Bestattungsbäumen sollten nach Ansicht des Forstbeamten Abstände von mindestens acht bis zehn Metern eingehalten werden. Von den als Bestattungsbäume geeigneten sind 84 Eichen, vier Kiefern, drei Buchen sowie die Arten Kirsche, Bergahorn und Spitzahorn mit je einem Baum.

Die Waldfläche ist im Besitz des Landes Hessen. Doch seitens der Forstbehörde wurde dennoch grünes Licht für die Realisierung des Bestattungswaldes gegeben, die Fläche soll gegen andere im Besitz der Gemeinde getauscht werden, berichtete Frank Röbert vom Forstamt Frankenberg.

Waldcharakter soll bleiben

Auf Nachfrage gab Bürgermeister Claus Junghenn an, dass man von einer Planungsdauer in einem vereinfachten Verfahren der Bauleitplanung von etwa 1,5 bis zwei Jahren ausgehe. Auf jeden Fall müssten die Gemeindegremien eine neue Satzung für den Bestattungswald Osterfeld beschließen. Junghenn will als begleitende Baumaßnahmen „keine riesigen Infrastrukturveränderungen“ in die Wege leiten. Parkplätze beim DGH und die vorhandenen Wege und Straßen könnten genutzt werden. Für Beerdigungsfeiern könne man aufs Lebenshaus oder DGH zurückgreifen.

Auch in forstlicher Hinsicht soll sich an dem Charakter des Waldes nicht allzu viel ändern, unterstrichen die Forstbeamten Röbert und Wetzlar. Der Wald müsse offen bleiben für Erholungssuchende und auch für das vorhandene Wild. Nicht möglich seien Stelen oder aufwändiger Grabschmuck bei den Bäumen.

Eine weitere Station der Bereisung war eine Fläche am Radweg im Linsphertal, wo ein Bestand von Eschenbäumen wegen eines Pilzbefalls gefährdet ist.

Im Naturschutzgebiet „Battenfelder Driescher“ ging es zudem um die Maßnahmen zur Verjüngung der Heideflächen durch das Plaggen und den Erhalt seltener Tier- und Pflanzenarten. (ed)

Quelle: HNA

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