Zwei Mädchen noch in Klinik

Technischer Defekt verursachte Feuer in Wohnheim

+
Mit der Drehleiter im Einsatz: Bevor die Einsatzkräfte am Brandort den Innenangriff auf das Feuer starten konnten, mussten sie zunächst ein Dachfenster einschlagen. Vor dem Eindringen in das Haus musste erst der schwarze Rauch entweichen.

Frankenberg. Ein technischer Defekt hat das Feuer am Sonntagabend in einem DRK-Jugendwohnheim in der Geismarer Straße in Frankenberg verursacht (HNA berichtete). Davon gehen die Brandermittler nach ihren derzeitigen Ermittlungen aus, wie die Polizeidirektion in Korbach am Montag mitteilte.

Die Experten der Kripo Korbach hatten noch am Sonntagabend damit begonnen, den Brandort zu untersuchen. Nach ihren Erkenntnissen war das Feuer gegen 18.20 Uhr im Wohnzimmer der Einrichtung ausgebrochen – und zwar hinter einem dort aufgestellten Fernsehgerät. „Dort wurde die größte Brandzehrung festgestellt“, teilte Polizei-Pressesprecher Volker König mit. Dort seien neben dem Fernseher auch weitere elektrische Geräte wie Musikanlage und Spielkonsole an die Stromversorgung angeschlossen gewesen. „Hinweise auf Fahrlässigkeit oder gar auf vorsätzliche Inbrandsetzung haben sich bislang nicht ergeben“, heißt es von der Polizei. Nach Schätzungen der Brandermittler beträgt der Sachschaden etwa 60.000 bis 80.000 Euro.

Lesen Sie auch:

- Feuer in Jugendwohnheim - Sieben Jugendliche gerettet

Wie berichtet, sind die sieben Jugendlichen, die sich beim Ausbruch des Feuers in dem Gebäude befanden, mit dem Schrecken davon gekommen. Durch den beherzten Einsatz eines Betreuers konnten sie rechtzeitig aus dem Haus evakuiert werden, bevor dicke, schwarze und vor allem sehr heiße Rauchschwaden die Zimmer einhüllten. „Sechs von ihnen kamen vorsorglich ins Frankenberger Krankenhaus“, berichtete am Montag die Polizei: „Zwei 15- und 17-jährige Mädchen befinden sich derzeit immer noch dort, doch sind ihre Verletzungen nicht bedrohlich.“

40 Feuerwehrleute aus Frankenberg und Röddenau unter Einsatzleitung von Stefan Stroß hatten das Feuer am Sonntagabend erfolgreich bekämpft. Bei dem Brandangriff kam auch die Drehleiter der Frankenberger Wehr zum Einsatz. Insgesamt waren die beiden Feuerwehren mit acht Einsatzfahrzeugen ausgerückt.

Bei einem weiteren Brand am 18. September in einer Scheune in Ernsthausen gehen die Ermittler ebenfalls von einem technischen Defekt als Brandursache aus. Zwischenzeitlich sei auch ein externer Gutachter zu keinem anderen Ergebnis gekommen. Wegen der starken Brandzehrung hätten sich die Ermittlungen sehr schwierig gestaltet, merkte Pressesprecher König an.

Bilder vom Brandort

Feuer in Frankenberger Jugendwohnheim

Derweil dauern die Ermittlungen zu dem Brand am 7. September in der Ritterstraße in Frankenberg noch an. „Die Brandermittler gehen nach wie vor von Brandstiftung als Brandursache aus“, teilte die Kripo Korbach auf HNA-Anfrage mit. Eine konkrete Spur zu dem Verursacher habe sich bislang aber noch nicht ergeben. Die Kripo in Korbach sucht weiter nach Zeugen. Die können sich melden unter 05631/9710. (mjx)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare