Urteil: Kunden dürfen Heizöl-Bestellungen stornieren

Waldeck/Frankenberg. Bisher galt der Zeitpunkt der Bestellung als verbindlich. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes dürfen Kunden ihre Heizöl-Bestellung jedoch stornieren, wenn der Preis sinkt.

So lange bestelltes Heizöl nicht im Tank ist, können Kunden ihre Bestellung widerrufen – zum Beispiel dann, wenn der Heizölpreis zwischen Bestellungs- und Liefertermin gefallen ist. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Grundsatzurteil zum sogenannten Fernabsatz entschieden. Während Verbraucherschützer jubeln, reagieren heimische Heizölhändler mit Sorge und Empörung.

Das Urteil stärke die Rechte der Verbraucher, sagt Ute Bitter von der Hessischen Verbraucherzentrale in Frankfurt. „Ein Widerruf ist möglich, so lange kein Tropfen Heizöl im Tank ist“, konkretisiert die Juristin. Stornieren könne man also nicht nur innerhalb einer Frist von 14 Tagen seit der Bestellung, sondern theoretisch auch noch dann, wenn mit dem Heizölhändler ein Liefertermin drei Wochen nach der Bestellung ausgemacht wurde und der Tanklastwagen bereits vor der Tür stehe.

„Im mittelständischen Bereich wird das zu gravierenden Problemen führen. Vielleicht sogar zu Geschäftsaufgaben“, befürchtet Uwe Selbach, Fachberater für Heizöl bei der Frankenberger Firma Balzer. „Bei fallenden Preisen trägt allein der Händler das Risiko“, sagt Selbach.

Auf ein weiterhin „partnerschaftliches Verhältnis“ von Händlern und Kunden setzt Rolf Klapp, Leiter der Abteilung Energie der Raiffeisen-Waren GmbH aus Kassel. Die neue Regelung nennt Klapp „nicht nachvollziehbar“. Sie gehe „einseitig und ausschließlich zu Lasten des jeweiligen Händlers“.

Der Heizölverkauf basiere im Ein- und Verkauf auf Tagespreisen. „Bisher haben unsere Kunden das auch so praktiziert, indem der Kauf wie besprochen abgewickelt wurde“, betont Klapp. Stornierungen aufgrund der neuen Rechtsprechung habe es bei Raiffeisen bisher nicht gegeben.

Quelle: HNA

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