Abenteuer Usbekistan: Werner Rühl erlebte als Ausbilder einen Kulturschock

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Usbekische Lehrer lernen vom Deutschen: Werner Rühl erklärt, wie die Schweißnaht vorbereitet sein muss. Es darf zwischen dem unteren und dem senkrechten Blech keine Luft sein. Das prüft man, in dem man die Teile gegen das Licht hält.

Frankenberg/Usbekistan. "Die Zeit verging wie im Flug, ich habe mich sehr wohl gefühlt." Werner Rühl, Geschäftsführer des Berufsförderungswerks für Handwerk und Industrie (BFHI) ist zurück aus Usbekistan.

Dort hat er zwei Wochen lang Berufsschullehrern in dem zentralasiatischen Binnenstaat im Schweißen geschult.

Genauer gesagt hat er mit ihnen das Modul Elektroden-Schweißen erarbeitet, das diese wiederum Berufsschülern beibrachten. Am Ende haben alle zusammen zwei Befestigungstische für Hebelscheren gebaut. Dafür bekamen die Schüler dann ein Zertifikat. "Da waren alle ganz scharf drauf, um sich damit in der Wirtschaft zu bewerben", sagt Rühl.

Sowohl die Lehrer als auch die Schüler seien unheimlich wissbegierig gewesen. "Sie waren hoch motiviert. Wir haben alles offen angesprochen, Vertrauen war zweifellos da." Das Problem war allerdings: Die Schule lag 20 Jahre brach, Lehrer, die mit unseren vergleichbar sind, Fehlanzeige. "Für viele Lehrer ist das Unterrichten und eine Zwischenetappe, die sie zwei, drei Jahre machen", sagt Rühl. Denn: "Lehrer sind Niedrigstverdiener, oft ist ein Job in der Wirtschaft attraktiver."

Im Prinzip musste Rühl bei Null anfangen, doch am Ende war es ein Erfolg. Vor der Abreise wusste Rühl schon, dass er sich viel vornehmen kann, aber sich dann doch vor allem mit den Gegebenheiten vor Ort wird arrangieren müssen. Und so war es dann auch: "Der erste große Schock war die Geldversorgung", sagt Rühl. Denn das Geld, das Rühl vor Ort umtauschte, passte nicht ins Portemonnaie, sondern nur in eine Plastiktüte: 100 Scheine der usbekischen Währung Sum im Wert von 1000 Sum ergaben 30 Euro.

Doch Rühl prägte sich trotz Dolmetscher schnell das usbekische Wort für "Gut so" ein, "Bolda, bolda", spricht Rühl es aus. Denn bei den Usbeken galt: Es wird schon irgendwie. Ganz so sicher, dass es schon irgendwie wird, war sich Rühl aber nicht immer.

Schon die ersten beiden von acht Tagen an der Schule in Asaka, die mit unseren Berufsschulen vergleichbar ist, war abenteuerlich: Er sichtete, was in der Werkstatt vorhanden war. "Da war nichts außer zweier Schweißgeräte." Natürlich viel zu wenig, um vier Berufsschullehrern und zehn Schülern das Schweißen nach deutschem Vorbild zu vermitteln.

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Von Nina Nickoll

Quelle: HNA

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