In Frankenberg baut und restauriert der Handwerksmeister Christoph Böttner Orgeln

Wie der Vater so der Sohn

Herr der Töne: Orgelbaumeister Christoph Böttner an einem seiner Instrumente. Foto: Battefeld

Frankenberg. Wie kommt jemand auf die Idee, Orgelbaumeister zu werden? Bei Christoph Böttner ist das klar: Bereits sein Vater Wolfgang Böttner hat diesen seltenen Beruf ausgeübt. Vor 15 Jahren übernahm Christoph Böttner die Werkstatt, die sein Vater 1960 gegründet hatte. „Ich bin da quasi hineingewachsen“, erzählt der 49-Jährige.

Auch sein Großvater hatte schon mit Kirchenmusik zu tun. Der gründete seinerzeit die Frankenberger Kantorei und komponierte auch das Heimatlied: Das ertönt heute noch auf dem Glockenspiel.

„Eigentlich ist es ein Handwerk wie jedes andere“, erklärt Christoph Böttner: „Nach dreieinhalb Jahren Ausbildungszeit und einigen Gesellenjahren kann man seine Meisterprüfung machen, das ist leider aber nicht mehr Voraussetzung.

Wer den Beruf des Orgelbauers erlernen wolle, brauche vor allem handwerkliches Geschick und ein besonderes Interesse daran, sagte Böttner bei einem Besuch von Bürgermeister Christian Engelhardt und Wirtschaftsförderin Evelyn Jacobs. „Musikalisch muss man nicht unbedingt sein, das kann man noch lernen“, betont der Vater zweier Kinder.

Christoph Böttner selbst hat auch nicht das so genannte „absolute Gehör“ – mit Hilfe einer Stimmgabel kann er aber den richtigen Ton erkennen. „Weil die Pfeifen temperaturabhängig sind, liegt es oft an den kalten Temperaturen in der Kirche und nicht am Baumeister, wenn die Orgel zu tief klingt“, erklärt der Orgelbaumeister: „Bei 18 Grad klingen sie richtig.“

Auch wenn Christoph Böttner nur noch selten Aufträge für den Neubau einer Orgel bekommt, ist er doch ausgelastet: „Im Moment gibt es keinen keinen Anlass zur Klage.“ Inzwischen muss er hauptsächlich Restaurierungs- und Pflegearbeiten ausführen. Derzeit hat der 49-Jährige in Unterasphe, Böhne und Hallenberg zu tun. Hauptsächlich arbeitet er jedoch im Ruhrgebiet und in Norddeutschland.

Bau dauert bis zu zwei Jahre

Oftmals herrsche die Meinung vor: „Je weiter weg, desto besser scheint der Orgelbauer zu sein“, sagt Böttner. Deshalb sei er auch gar nicht so oft in seiner Werkstatt in der Auestraße zu finden, vielmehr arbeitet er in den jeweiligen Kirchen vor Ort.

Für den Bau einer mittelgroßen Orgel braucht Böttner ein bis zwei Jahre. Unterstützt wird er dabei von einer Auszubildenden. „Der Preis bewegt sich von 15 000 Euro für eine kleine Orgel bis hin zu 750 000 Euro für ein großes Exemplar.“

Die Orgel der Liebfrauenkirche habe beispielsweise 3000 Pfeifen in 44 verschiedenen Pfeifenreihen, also 44 Register. „Wenn die neu gebaut würde, würde das 500 000 Euro kosten“, erzählt Böttner.

Von Susanna Battefeld

Quelle: HNA

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