Kontrollen an Himmelfahrt angekündigt

Vatertag in Waldeck-Frankenberg: Keine Partys in Willingen

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Die Seilbahnen in Willingen werden an Vatertag niemanden mit Bollerwagen oder Alkohol mitnehmen

Die Corona-Einschränkungen gelten auch am langen Himmelfahrtswochenende. In Waldeck-Frankenberg heißt das zum Beispiel: keine Partys in Willingen. 

Den gefüllten Rucksack aufsetzen, sich ein paar Freunde schnappen und bester Laune auf dem Berg und im Tal feiern: In jedem anderem Jahr ist Willingen voll von Menschen, die den Vatertag begehen – erst in der Natur, dann in den Gaststätten. Zu Zeiten der Corona-Pandemie ist alles anders: Siggis Hütte, eines der beliebtesten Ziele, öffnet nicht vor dem 25. Mai. „Und die Großgastronomien wissen, dass keine Party-Veranstaltungen gestattet sind“, sagt Bürgermeister Thomas Trachte.

Eingeschränkte Personenzahl bei Treffen in der Öffentlichkeit, Mindestabstände und Hygienevorschriften in den Betrieben: „Wir weisen immer wieder darauf hin, dass die Vorschriften auch in Willingen beachtet werden müssen“, sagt Trachte – Ordnungsamt und Ortspolizei arbeiten für die Kontrollen mit der Polizei zusammen. „Es ist wichtig, dass auch die Gäste alle Bedingungen akzeptieren und es weder Ordnungshütern noch Gastronomen schwer machen“, appelliert er an Besucher.

„Bei uns steht das Telefon nicht still“, berichtet der Willinger Tourismusdirektor Norbert Lopatta: Die Gäste möchten wissen, ob sie trotz Corona-Auflagen wie gewohnt den Vatertag in Willingen erleben können. Doch das Team der Tourist-Information macht deutlich: Die Vorgaben gelten. „Mit Abstand genießen“ heißt das Motto. Die Seilbahn transportiert keine Bollerwagen und keinen Alkohol, ihre Gastronomie bleibt geschlossen. 

DJs legen online auf

Großen Respekt vor Himmelfahrt als „Partytag des Jahres“ haben die Willinger Gastwirte: „Wir hoffen, dass keine Gruppen anreisen“, sagt Arndt Brüne, Vorsitzender der Gastro-Sparte im Verein „Aktives Willingen“, nach Abstimmung mit Kollegen und Ordnungshütern. Personen aus zwei Familienständen könnten in Willingen einen schönen Tag haben: „Aber jeden, der meint, in Willingen wäre die Welt eine andere und hier ist Party, werden wir enttäuschen.“ Allgemein gelte, dass stark alkoholisierte Personen nicht eingelassen werden und an sie nicht ausgeschenkt werden soll – diese Schwelle wollen die Gastwirte senken. Wer feiern will, könne das Angebot „Willingen United“ nutzen: DJs legen am Vatertag ab 18 Uhr online unter www.twitch.tv/willingen_united auf.

Kontrollen am Edersee

Der Waldecker Bürgermeister Jürgen Vollbracht erlebte am Sonntag den Besucheranstrum am Edersee persönlich mit. Das Ordnungsamt habe kontrolliert „und eine beratende Funktion wahrgenommen“. Zuweilen sei der Mindestabstand vor Lokalen nicht eingehalten worden. Aus früherer Gewohnheit hätten Gruppen mitunter Tische zusammengerückt. Gastwirte müssten verstärkt darauf drängen, dass dies nicht passiert. 

Unter Wahrung der Hygiene- und Abstandsregeln wie hier in der Bringhäuser Bucht des Edersees steht Ausflügen am Himmelfahrtswochenende nichts entgegen. 

„Aber im Großen und Ganzen ist es ganz vernünftig abgelaufen“, urteilt Vollbracht. Erneute Einschränkungen des Parkplatzangebots sind für ihn derzeit kein Thema.

Keine Verstöße am Diemelsee

Auch für den Amtskollegen Volker Becker aus Diemelsee nicht. „Am Diemelsee war es am Wochenende ruhig, es ist nichts Gravierendes vorgefallen“, berichtet er: „Wir haben stichprobenartig kontrolliert und nichts festgestellt.“ Die Besucher hätten sich an Hygiene- und Abstandsregelungen gehalten.  

Twistesee: Strandbad noch zu

Am Twistesee sind die Regeln etwas gelockert worden. Zwei Verbote gelten weiterhin: Das Baden ist in dem See nicht erlaubt, und ob das Flatterband zur Absperrung des Strandbads weggenommen wird, darüber soll am Mittwoch, 20. Mai, beraten werden, wie Bürgermeister Jürgen van der Horst erklärte.

Der Wohnmobilhafen am Twistesee.

Das Strandbad war gesperrt worden, weil das Baden aufgrund einer Verordnung des hessischen Sozialministeriums nicht erlaubt sei, sagte der Bürgermeister. Die Seen würden damit gleich behandelt wie die Schwimmbäder.

Frankenberg: Lage entspannt

In Frankenberg sei die Lage „weitgehend entspannt“, berichtet Florian Held, Pressesprecher der Stadt: „Bislang gab es keine größeren Auffälligkeiten in der Stadt.“ Polizei und Ordnungsamt würden die Situation beobachten und analysieren und Menschen auch ansprechen, falls nötig – auch am Feiertag und an dem langen Wochenende.

Held: „Wir gehen davon aus, dass die Leute sich Ihrer Eigenverantwortung im Sinne des Gesundheitsschutzes bewusst sind und entsprechend weiter vernünftig handeln. Aus Sicht der Stadt sind darum keine weiteren Einschränkungen nötig.“

Das sagt der Landkreis

Die Corona-Vorschriften in Hessen für Gastronomie, Beherbergung, Freizeitaktivitäten und Sport sind am 15. Mai gelockert worden. In der Gastronomie seien Gastwirte und Gäste in Waldeck-Frankenberg am vergangenen Wochenende verantwortungsvoll mit den größeren Freiheiten umgegangen und hätten sich weitestgehend an die Regeln gehalten, teilte der Landkreis auf Nachfrage mit. Darum werden die Vorschriften und Beschränkungen für das lange Himmelfahrtswochenende in Waldeck-Frankenberg auch nicht wieder verschärft, auch wenn mit Vatertagsausflügen zu rechnen ist. 

Die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln würden von den Ordnungsbehörden der Städte und Gemeinden sowie der Polizei verstärkt überprüft, berichtete Ann-Katrin Heimbuchner, Pressereferentin des Landkreises. Die Kontrollen an den touristischen Schwerpunkten Edersee, Diemelsee, Twistesee und Willingen laufen demnach auch am Feiertag, am Brücken-Freitag und am Wochenende mit gleicher Intensität weiter. 

Festgestellte Verstöße werden mit Anzeigen und hohen Bußgeldern geahndet, kündigt Ann-Katrin Heimbuchner an. „Wir betonen in diesem Zusammenhang noch einmal, dass die vom Land getroffenen Lockerungen nicht dazu führen dürfen, dass Menschen nachlässig werden und sich verhalten wie vor Corona-Zeiten“, warnt die Pressereferentin. Der Landkreis sei darin mit den Bürgermeistern der Tourismuskommunen auf einer Linie. 

Zahlen steigen moderat

Aktuell stehe man noch am Anfang der Corona-Pandemie. Das betont auch das Robert-Koch-Institut wiederholt, seitdem die Debatte in Deutschland um weitere Lockerungen zugenommen hat. Doch Vorsicht bleibe geboten, warnt auch der Landkreis. Das zeigten auch die Infektionszahlen, auch wenn diese in Waldeck-Frankenberg zuletzt nur moderat gestiegen sind: Bis Dienstag gab es im gesamten Landkreis – wie am Vortag – insgesamt 159 positive Corona-Tests und aktuell zwölf Infizierte. Heimbuchner: „Um einen weiteren Anstieg zu verhindern, ist jeder einzelne gefragt, die Regelungen einzuhalten.

Quelle: HNA

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