VdK-Ortsverband prüfte Gebäude in Reddighausen auf ihre Barrierefreiheit

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Dorfgemeinschaftshaus: Nina Müller und Töchterchen Sophie kommen hier mit dem Kinderwagen ohne Hilfe nicht rein. Es gibt nur diesen einen Treppenzugang zu den Räumlichkeiten. Foto: Arnold

Reddighausen. Wie schwierig der Weg durch Reddighausen sein kann, wenn man auf einen Rollator angewiesen ist oder mit einem Kinderwagen unterwegs ist, das hat eine Ortsbegehung gezeigt, zu der die Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes Reddighausen-Holzhausen-Eifa, Gerlinde Albath, eingeladen hatte.

Neben ihren Vorstandskollegen war auch Ortsvorsteher Marcus Bettelhäuser dabei, Nina Müller mit Töchterchen Sophie im Kinderwagen dahin zu begleiten, wo ihnen der Zugang nicht möglich ist.

Albath sagte zu Beginn: „Wir wollen nicht anprangern, sondern Barrieren und Hindernisse aufzeigen um einen Anstoß zu geben, diese bei künftigen Baumaßnahmen abzustellen. Wir wollen in Reddighausen beginnen und in den nächsten Wochen in Holzhausen und Eifa diese Ortsbegehung wiederholen.“

Direkt nach dem Start im Molkengrund gab es für den Kinderwagen das Hindernis nicht abgesenkter Bordsteine zum Fußweg unterhalb der Reddighäuser Miniaturlandschaft.

„Dies ist beispielhaft auch für Menschen mit Rollator“, sagte Albath. „Hier muss angesetzt werden, solche Hindernisse nach und nach zu beseitigen“. Am Spielplatz beim Feuerwehrgerätehaus verhindern ein hoher Bordstein und eine Kuhle dahinter den Zutritt mit Kinderwagen. Die Sparkasse kann nur über eine Treppe mit vier Stufen betreten werden.

Die Schwierigkeiten, die durch die topographischen Lage von Reddighausen bedingt sind, zeigen sich am Zugang zur Kirche: Zwar barrierefrei, dann aber so abschüssig das Fahrten mit Rollator oder Rollstuhl praktisch unmöglich werden.

Das Dorfgemeinschaftshausen von Reddighausen – eines der ältesten in Hessen – hat ebenfalls nur einen Treppenzugang. „Hier singt die Chorgemeinschaft , die Landfrauen treffen sich hier und unser Jugendclub“, wies Ortsvorsteher Bettelhäuser auf die Nutzung hin. Dort einen barrierefreien Zugang zu schaffen, werde sicherlich an den finanziellen Möglichkeiten scheitern.

Letzte Station des Rundgangs war der Friedhof. Albath wies hier auf den fehlenden Bürgersteig hin, was auch für andere Straßen im Ortskern zutreffe. Der Zugang zum Friedhof ist über eine Steigung barrierefrei, wobei der weitere Weg zu den Gräbern über Splitt und Rasenfläche mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl unmöglich ist.

Abschließend sagte die Vorsitzende: „Da es keinen Seniorenbeirat in der Stadt Hatzfeld gibt, war es die Idee unseres Sozialverbandes, hier einen Anstoß zur Verbesserung zu geben. Dies wollen wir in enger Zusammenarbeit mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher tun“. Die Erkenntnisse aus den Ortsbegehungen sollen im September bei einem Informationsabend vorgestellt werden.

Quelle: HNA

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