Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz zu Gast beim Kreisverband der Linken

Verbaler Angriff gegen die Bundeswehr

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Die Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz (Mitte) sprach sich in Frankenberg deutlich gegen die Bundeswehr aus, im Bild mit Heidi Boulnois (links) und Regina Preysing. Foto: Andrea Pauly

Frankenberg - Sie ist kategorisch gegen ein „Aufweichen“ der Grenzen zwischen Bundeswehr und Gesellschaft - das machte die Linken-Abgeordnete Christine Buchholz unmissverständlich deutlich. Dass die Burgwaldkaserne in Frankenberg längst ein Teil der Gesellschaft ist, spielte in ihren Ausführungen keine Rolle.

Christine Buchholz informierte ihre Parteifreunde in Frankenberg über eine neue Ausstellung der Fraktion zur Bundeswehr. Das Mitglied im Verteidigungsausschuss verwies unter anderem auf die aktuellen „Werbe­strategien, die die Wehr als sportliche, karitative Gruppe in aller Welt mit Spaß, Spannung und humanitärer Arbeit“ darstelle. „Dieses Bild steht in krassem Gegensatz zur Realität dieser Einsatzarmee“, sagte die Abgeordnete.

Die Bundeswehr habe zwei Probleme: erstens genügend Nachwuchs zu finden, zweitens die mehrheitliche Ablehnung in der Bevölkerung. Deshalb präsentiere sich die Bundeswehr zunehmend auf Volksfesten oder gehe Kooperationen mit Kommunen oder Vereinen ein. „Das ist eine politische Strategie, um die Distanz aufzuweichen und die Bundeswehr zu einem Teil der Bevölkerung zu machen.“

In den Schulen könne die Bundeswehr genau die Jahrgänge ansprechen, die sie brauche. Dabei nutze die Bundeswehr die Not von Jugendlichen aus, die keine andere Alternative hätten, weil sie Schulden oder keinen Schulabschluss hätten. Das Bundestagsmitglied monierte, dass in den Präsentationen der Jugendoffiziere die „Realität des Krieges mit Toten, Verletzungen und Traumata“ nicht vorkomme. Doch die Bundeswehr sei „am Töten von Zivilisten beteiligt“ - das müsse allen klargemacht werden.

Die Abgeordnete räumte unumwunden ein, sich in Frankenberg nicht auszukennen. So spielten auch die Aufgaben des Bataillons für elektronische Kampfführung (EloKa), das unter anderem in Afghanistan Attentate verhindert, indem es Funkverbindungen stört, in ihrem Vortrag keine Rolle.

Auch auf Nachfrage der FZ hatte sie keine Antwort darauf, warum die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr schlecht für die Bevölkerung in Frankenberg sein sollte. Geschlossene Bundeswehrstandorte könnten durch touristische Angebote oder Gewerbeparks ersetzt werden. „Ich sehe da keine Konfrontation mit den Interessen der Region“, betonte Christine Buchholz.

Die Kreisvorsitzende der Linken Regina Preysing ergänzte, dass der Einsatz deutscher Soldaten auch Auswirkungen auf die Gesellschaft habe: Durch Verletzungen und Traumata seien auch ihre Familien und Kollegen betroffen.

Anlass für den Besuch der Bundestagsabgeordneten in Frankenberg war die Weihnachtsfeier des Kreisverbands der Linken. Dazu waren zwölf Mitglieder nach Frankenberg gekommen.

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