Film über Eisenbahngeschichte im Frankenberger Land

Verbindung in die weite Welt

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Bei der Premiere des Films „Willkommen, du Ross ohne Hufe“, (v.l.) Kurhessenbahn-Chef Joachim Kuhn, Wolf Hoppe, Heimatforscher Reiner Gasse, Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß, Filmemacher Rainer Bienhaus, Stefan Dauber von der Firma Balzer und Peter Becker, stellvertretender Vorsitzender der Elterninitiative für leukämie- und tumorkranke Kinder.Fotos: Mark Adel

Frankenberg - Die Menschen kannten nur Pferdekutschen, doch mit der Eisenbahn hatten sie auf einmal eine Verbindung in die weite Welt: Vor 125 Jahren rollte der erste Zug durchs Frankenberger Land. Daran erinnern die Heimatforscher Reiner Gasse und Rainer Bienhaus in einem zweiteiligen Film.

Am Freitag wurde der erste Teil der Dokumentation „Willkommen, du Ross ohne Hufe“ im Thalia-Kino uraufgeführt. In zwei Vorstellungen beleuchteten Reiner Gasse und Rainer Bienhaus die Zeit von 1890 bis 1955: Wie Gastarbeiter Tunnel und Brücken bauten, wie die neue Strecke die Ansiedlung der Firma Thonet und weiterer Betriebe ermöglichte - und welche Rolle Züge in den Weltkriegen spielten.

Die Linie von Frankenberg nach Sarnau war vor 125 Jahren die erste Bahnstrecke in der Region. Die beiden Filmemacher beleuchten aber auch die weiteren Trassen, etwa von Frankenberg nach Bad Berleburg, Winterberg und Korbach oder die Kellerwaldbahn bei Gemünden.

Die beiden Initiatoren greifen in ihrer Dokumentation auf zahlreiche historische Fotos zurück, die Reiner Gasse in seinem reichhaltigen Fundus hat. Historische Filmaufnahmen und kurze Spielszenen mit Kindern, denen Gasse Wissenswertes zur Bahngeschichte erzählt, ergänzen den Film.

Reiner Gasse beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Eisenbahnen und ist mit der Leidenschaft aufgewachsen: Sein Vater war unter anderem von 1939 bis 1955 Bahnhofsvorsteher in Bromskirchen.

Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß verwies auf die Eröffnung der Bahnstrecke nach Korbach vom 11. bis 13. September 2015. Bis dahin solle auch die Neugestaltung des Bahnhofsgeländes abgeschlossen sein. Grußworte sprachen auch Joachim Kuhn, Chef der Kurhessenbahn, und Volker Becker, stellvertretender Vorsitzende der Marburger Elterninitiative für leukämie- und tumorkranke Kinder. Dem Verein kommt der Erlös der beiden gestrigen Aufführungen zu Gute. Unternehmer Wolf Hoppe und Stefan Dauber, Geschäftsführer des Allendorfer Baustoffhandels Balzer, überreichten Spenden. Beide Betriebe sind mit der Bahn verbunden: Die Firma Balzer nutzt bis heute den Anschluss in Allendorf, in Bromskirchen nutzt HOPPE das Bahngelände, nachdem das Unternehmen 1968 unter anderem den Bahnhof gekauft hatte.

Für Unterhaltung sorgten die jungen Sänger des Rennertehäuser Kinderchors unter der Leitung von Willi Battenfeld. Der Film wird am 17. April nochmals im Rennertehäuser Dorfgemeinschaftshaus aufgeführt. Der zweite Filmteil widmet sich dem Rückgang des Nebenbahnbetriebes von 1955 bis zur Modernisierung der Burgwaldbahn und der Reaktivierung der Strecke nach Korbach. Dessen Uraufführung ist am Freitag, 20. November, in der Sport- und Kulturhalle von Battenfeld geplant. (da)

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