Streit nach Absage des „Markts im Klostergarten“

AG und Verein saßen „nie in einem Boot“

+
Mit zahlreichen Aktionen, darunter auch dem „Markt im Klostergarten“, unterstützte die AG Veranstaltungen den Verein „Lebendige Altstadt“ und leistete einen Beitrag zur Sanierung des Rathauses. Das Bild entstand im Januar 2009 bei einer Spendenübergabe; von links: Daniela Engelhardt, Liane Scheller, Brigitte Giebel, Silke Held, der damalige Bürgermeister Christian Engelhardt, Roswitha Scholze, Marietta Gantner und Henrik Eckhardt. Foto: Archiv

Frankenberg - Vehement weist der Verein „Lebendige Altstadt“ die Vorwürfe der AG Veranstaltungen zurück. „Es wurde niemand aus dem Boot geschubst“, erklärt zweiter Vorsitzender Dr. Klaus Waskowiak. Vor allem nicht die AG, da sie beim „Markt im Klostergarten“ nie gemeinsame Sache mit dem Verein gemacht habe.

AG-Sprecherin Silke Held hatte in der vergangenen Woche die Absage des sechsten „Markts im Klostergarten“ unter anderem mit der fehlenden Rückendeckung des Vereins „Lebendige Altstadt“ begründet (FZ berichtete).

Er sei verwundert, kommentiert der zweite Vorsitzende Dr. Klaus Waskowiak gestern diese Vorwürfe. „Zunächst einmal könnte es sich, in der Form jedenfalls wie Frau Held es darstellt, um eine vereinsinterne Meinungsverschiedenheit handeln.“ Fakt sei aber, dass sich die AG Veranstaltungen seinerzeit vollkommen frei gegründet habe und nicht durch die Vereinssatzung oder durch Beschlüsse der Organe des Vereins legitimiert sei. Auch seien, bis auf Frau Held selbst sowie ein weiteres ehemaliges Mitglied der AG, alle anderen Mitglieder der Arbeitsgruppe keine Mitglieder im Verein.

Ohne jegliche Absprache

„Die AG hat sich ihre Ziele, so auch die Durchführung eines Marktes im Klostergarten, von Beginn an selbst gesteckt, ohne jede Absprache mit den Gremien unseres Vereins“, erklärt Waskowiak, der die Geschicke des Vereins seit der Gründung 2007 von Anfang an mitbegleitet. „Mir ist nicht bekannt, dass der Verein jemals bei den Planungen der Arbeitsgruppe mit ins Boot geholt wurde. Nun im Nachhinein den Verein für die Absage des ,Marktes im Klostergarten‘, den allein die AG aus der Taufe gehoben hatte, verantwortlich zu machen, ist unzutreffend“, erklärt Dr. Klaus Waskowiak.

Der stellvertretende Vorsitzende wirft AG-Sprecherin Held vor, „weitere Fakten nicht wahrheitsgemäß wiedergegeben“ zu haben. So habe beispielsweise, wie von Silke Held dargestellt, die Mitgliederversammlung das Konzept für einen Historischen Lehrpfad nicht „stets abgelehnt“. Vielmehr sei die Konzeption eines historischen Erlebnispfades ursprünglich die Idee der AG Veranstaltungen gewesen, der sich der ehemalige Vorsitzende des Vereins, Christian Engelhardt, angenommen und sie in seiner damaligen Funktion als Bürgermeister auch in die Stadtverwaltung transportiert habe.

Die Verwaltung hätte im Anschluss ein Fachbüro mit einer Vorkonzeption beauftragt, weil von Anfang an klar gewesen sei, dass der Verein aus eigenen Mitteln ein solches Projekt nicht würde stemmen können und die Hauptfinanzierung von der Stadt und der Regionalförderung geleistet werden müsste. „Christian Engelhardt hatte die Gremien des Vereins mehrfach über die Vorkonzeption informiert. In die inhaltliche Ausgestaltung war auch die AG Veranstaltungen über das ehemalige Mitglied Daniela Engelhardt von Beginn an mit eingebunden“, stellt Dr. Waskowiak fest.

Silke Held sei es gewesen, die sich in den beiden jüngsten Mitgliederversammlungen aus inhaltlichen Gründen gegen den Historischen Lehr- und Erlebnispfad ausgesprochen habe. Waskowiak: „In der Folge wurde auch im Verein das vom ehemaligen Vorsitzenden Engelhardt favorisierte Konzept abgelehnt, sodass der Magistrat nach diesem negativen Votum von einer Realisierung Abstand genommen habe. Die von Frau Held kritisierte Stadtverordnetenversammlung hatte die notwendigen Finanzmittel jedoch bereitgestellt.“

Nicht nachzuvollziehen sei auch die Äußerung, wonach der Verein mit dem Landkreis über den Erlass der Benutzungsgebühr für den Klostergarten hätte nachverhandeln sollen. Laut Waskowiak hatte vielmehr AG-Sprecherin Held seinerzeit den Geschäftsführer des Vereins gebeten, die 250 Euro an Benutzungsgebühren aus den zweckgebundenen Mitteln der AG zu überweisen. „Die Verhandlungen mit dem Gebäudemanagement des Landkreises hatte jeweils Frau Held allein geführt, darin ist der Verein nicht involviert gewesen.“

Laut Waskowiak habe auch der neue Vorsitzende des Vereins „Lebendige Altstadt“, Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß, gegenüber Silke Held Gesprächsangebote in Bezug auf die Umsetzung des Historischen Lehrpfades unterbreitet, die jedoch nicht wahrgenommen worden seien. Zu der von ihr geforderten Dringlichkeitssitzung verweist Waskowiak auf die Vereinssatzung. Dort seien die Vorgaben für die Einberufung einer Mitgliederversammlung klar geregelt.

Arbeit ausdrücklich gelobt

„Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Verein ,Lebendige Altstadt‘ die AG Veranstaltungen nicht aus dem Boot geschubst hat. Die AG hatte nämlich erst gar nicht im Boot Platz genommen.“ Die von Silke Held eingeforderte Wertschätzung für den Markt im Klostergarten sei hingegen auch auf der jüngsten Mitgliederversammlung im Mai zum Ausdruck gebracht worden. Dies habe Bürgermeister Heß als Vorsitzender des Vereins auch auf FZ-Anfrage in der vergangenen Woche nochmal deutlich gemacht und das bürgerschaftliche Engagement ausdrücklich gelobt. (r)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare