Keine Kneipe in Röddenau

Vereinsleben leidet unter Kneipenlosigkeit

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Es fließt kein Bier mehr: Die Leitungen in der Schänke des Dorfgemeinschaftshaus sind trocken, seit der Pächter die Gaststätte zum Jahreswechsel abgegeben hat. Ortsvorsteher Heinz-Willi Röse ist auf der Suche nach einem Nachfolge. Nur: Aus dem Dorf hat niemand Interesse.Foto: Malte Glotz

Frankenberg-Röddenau - Heinz-Willi Röse, Ortsvorsteher von Röddenau, sorgt sich um das Gemeinschaftsleben im Dorf: Der Pächter der Schänke im Dorfgemeinschaftshaus zog zum Jahreswechsel ins Sauerland, ein neuer Pächter ist nicht in Sicht.

1700 Einwohner hat Röddenau und keine Kneipe mehr. Als im Jahr 1982 im Dorfgemeinschaftshaus die Schänke eröffnete, gab es noch eine ganze handvoll Kneipen im Dorf. Zum Jahreswechsel machte das „Einfach Fein“ als letzte Möglichkeit, auf einen Schoppen und ein gutes Gespräch zusammenzukommen, zu. Pächter Mirco Laaser hatte in Wingeshausen hinter der Landesgrenze die Chance, einen Gasthof mit Übernachtungsmöglichkeiten zu übernehmen und ergriff die Chance.

„Uns ist eine Dorfkneipe wichtig, die offen hat wenn auch die Kegelbahnen offen haben und wenn die Vereine Interesse an einer Nutzung haben“, sagt Röse. Wichtig sei ein Anlaufpunkt für Vereine, ein Lokal in dem über das Dorfgeschehen, über Politik und den Alltag gesprochen werden könne. „Derzeit bringen die Vereine ins Dorfgemeinschaftshaus einfach einen Kasten Bier mit“, macht Röse die Situation deutlich - gesellig sei das nicht.

Doch der Ortsvorsteher hat ein Problem: Kein Röddenauer möchte die Kneipe führen. Es habe bereits eine Vielzahl an Gesprächen, sogar einen Aushang gegeben - ergebnislos. „Der Pächter muss natürlich kein Röddenauer sein“, sagt Röse - Laaser kam ebenfalls nicht aus dem Dorf und mit ihm habe die Zusammenarbeit immer gut geklappt. „Ein neuer Pächter muss einfach umgänglich sein und offen“, sagt Röse. Und ist sich sicher: Der Betrieb der Schänke im Dorfgemeinschaftshaus lohnt sich. „Da kann man sicher keine Familie mit ernähren“, schränk er ein. Doch gerade im Sommer sei stets viel los. „Dann kann der Pächter gerne den Biergarten nutzen“.

Ein neuer Pächter könnte sogar mit einer Renovierung rechnen: „Das kann man an die Wünsche des Pächters anpassen“, sagt Röse. Der Ortsbeirat würde behilflich sein - ebenso die Stadt Frankenberg als Eigentümerin des Dorfgemeinschaftshauses. Sogar Teile einer alten Küche seien vorhanden und könnten bei Bedarf eingebaut werden.

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