Frankenberg

Verfolgungsjagd endet mit Unfall

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- Frankenberg (da). Ein Streifenwagen der Polizei hat nach einer Verfolgungsjagd den Wagen eines Verdächtigen durch einen Zusammenstoß gestoppt. Der Fahrer des verfolgten Autos war betrunken und äußerte den Beamten gegenüber Suizidabsichten.

Ein 48 jähriger Familienvater aus Frankenberg wollte am Samstagmorgen um 11.25 Uhr wie vereinbart seine minderjährigen Kinder von der getrennt lebenden Ehefrau in Bad Wildungen abholen, um das Wochenende mit ihnen zu verbringen. Die Ehefrau verweigerte aber die Herausgabe, da der Frankenberger auf sie einen alkoholisierten Eindruck machte.

Da der Ehemann dies seltsam ruhig hinnahm und sich widerspruchslos entfernte, verständigte die Ehefrau aus Sorge die Polizei. Die Fahndung nach dem Frankenberger verlief zunächst erfolglos. Einige zeit später sichtete dann eine Streife der Polizeistation Frankenberg um 12.10 Uhr den gesuchten silbernen Opel Zafira in Frankenberg-Geismar und nahm die Verfolgung auf. Der Zafira fuhr von der Bundesstraße B 252/253 nach links in Richtung Frankenberg und bog dann in die Ederstraße in Richtung Innenstadt ab und sollte dort an einer Straßensperre durch einen weiteren Streifenwagen gestoppt werden.

Der Zafira wendete aber auf der breiten Straße seinen Wagen und flüchtete wieder in Richtung Bundesstraße und fuhr dort an dem ihm verfolgenden Streifenwagen vorbei, der ihn aufzuhalten versuchte. Die halsbrecherische Flucht ging über die Bundesstraße weiter in Richtung Bottendorf. Bei Geschwindigkeiten von über 150 km/h überholte der Flüchtende an unübersichtlichen Stellen rücksichtslos ganze Fahrzeugschlangen. Durch das Martinshorn gewarnt, bildeten alle Verkehrsteilnehmer eine Gasse und es kam glücklicherweise zu keinem Zusammenstoß. An der Abfahrt zur K 117 ging die Flucht wieder in Richtung Frankenberg. Im Bereich der Marburger Straße, versuchte ein dritter entgegenkommender Streifenwagen das Fluchtfahrzeug zu stoppen, doch auch diese Straßensperre umfuhr der Flüchtende.

Mit drei Streifenwagen im Schlepptau bog der Zafira dann nach links in die Marburger Straße. Als ein Streifenwagen zum Überholen ansetzte, rammte der Flüchtende den Streifenwagen mehrfach seitlich. Durch die Berliner Straße ging die Flucht dann weiter in die Bottendorfer Straße und dann stadtauswärts.

Als der Flüchtende in den Bockenthaler Kreisel einfuhr, fuhr einer der verfolgenden Streifenwagen in den Kreisel entgegen der Fahrtrichtung ein, um zu verhindern, dass der Flüchtende wieder in Richtung Innenstadt fuhr. Dies hatte der Frankenberger wohl auch vor. Jetzt gab es kein Entkommen mehr, der Flüchtende versuchte zwar noch sich zwischen Streifenwagen und Leitplanke vorbeizudrücken, doch die Lücke war zu klein. Beide Wagen stießen seitlich frontal zusammen.

Der laut Polizeisprecher Volker König "hochemotionale" Frankenberger konnte von den Ordnungshütern um 12.15 Uhr festgenommen und gefesselt. Bei seiner Festnahme äußerte der Familienvater mehrfach Suizidabsichten. Der Mann wurde zunächst zur Polizeistation gebracht. Dort wurde dann festgestellt, dass er deutlich unter Alkoholeinfluss stand. Nach der Blutentnahme und Sicherstellung des Führerscheines wurde der Frankenberger vorläufig in die Psychiatrie eingewiesen.

Glücklicherweise wurde bei der gesamten Verfolgungsfahrt und auch bei dem Unfall niemand verletzt, die Autos allerdings haben nur noch Schrottwert. Der Schaden beläuft sich auf etwa 20.000 Euro.

Beamte der Korbacher Polizei nahmen den Unfall auf - das Gesetz sieht vor, dass Unfälle mit Polizeifahrzeugen nicht von der Dienststelle aufgenommen werden dürfen, die selbst verwickelt ist.

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