Harry Duki, der erste DJ in der Geismarer Discothek „Utopia“, sorgt am 25. Dezember wieder für Musik

Er vermisst das Knistern und Knacken

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Harry Duki schwelgt in Erinnerungen: In einem Fotoalbum hat er Bilder aus den 1960er- und 1970er-Jahren wiedergefunden, als er im „Utopia“ Platten auflegte. Schon damals hatte er viel Spaß als DJ (kleines Foto, Mitte).Foto / Repro: Malte Glotz / Simone Sc

Frankenberg-Geismar. - Er ist der Mann hinter dem Pult, mit dem Mikrofon in der Hand, und den „guten alten Zeiten“ im Herzen: Nach mehr als 40 Jahren kehrt Harry Duki an seine ehemalige Wirkstätte „Utopia“ zurück und legt als Discjockey wieder Musik auf.

„Das ist die Attraktion“, kündigt Lothar Battefeld, Inhaber der Geismarer Discothek „Utopia“, mit Begeisterung in der Stimme an und legt dabei die Betonung auf das kleine Wörtchen „die“. Mit der Attraktion meint er, dass Harry Duki am 25. Dezember hinter das DJ-Pult im „Utopia“ zurückkehrt.

Mehr als 40 Jahre ist es her, dass der 63-Jährige als erster Discjockey in der neu eröffneten Disco in Geismar Schallplatten mit Hits aus den 1960er- und 1970er-Jahren abspielte. „Das war schönere Musik als heute“, sagt Duki mit Überzeugung. Außerdem sei die Auswahl an Liedern weitaus geringer gewesen. „Da musste man schon überlegen, was man spielt, und auf die Wünsche der Gäste eingehen“, sagt der 63-Jährige. Zwei Plattenteller, ein Mischpult und ein Mikrofon - mehr brauchte er dafür nicht. Ein Erlebnis sei das gewesen, mit „viel Handarbeit“.

Computer statt Plattenteller

Seitdem hat sich einiges geändert. „Heute läuft alles über den Computer“, weiß Duki. Das findet er ein wenig schade: „Ich vermisse das Knacken und Knistern der Platten.“ Damit am 25. Dezember wegen der technischer Veränderungen auch alles glatt läuft, ist der hauptamtliche DJ des „Utopia“ mit dabei, wenn Duki „die guten alten Zeiten“ wieder aufleben lässt, wie er sagt. Auf dem Programm steht Musik aus den 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahren. „Mal sehen, wie die jungen Leute darauf reagieren“, sagt Duki mit einem Lachen und ist selbst gespannt auf den Abend: „Mal gucken, wie ich es noch drauf hab.“

Im Alter von 18 Jahren hat Duki 1968 angefangen, Musik im „Utopia“ aufzulegen. Auch am Aufbau der Disco war er beteiligt. „Es war eine schöne Zeit damals“, sagt er und erinnert sich gern zurück. Vieles sei anders gewesen als heute, nicht nur die technischen Voraussetzungen und die musikalischen Stilrichtungen. Nur an einem Tag in der Woche sei die Disco geschlossen gewesen. Ansonsten fing es jeden Abend bereits um 19 Uhr an. „Und Sperrstunde war um ein Uhr nachts. Da gehen die Jugendlichen heutzutage erst weg“, zieht der 63-Jährige einen Vergleich.

Ab 14 Uhr und kostenlos

Ein weiterer Unterschied sei: „Für die Kleinen, die abends noch nicht weggehen durften, hat die Disco sonntags bereits um 14 Uhr aufgemacht.“ Außerdem habe der Disco-Besuch keinen Eintritt gekostet.

Nicht nur in Geismar stand Duki hinter dem DJ-Pult, sondern auch in Gemünden und in Frankenberg. Etwa fünf Jahre lang habe er Platten abgespielt, dann legte er seine DJ-Karriere erst einmal auf Eis.

Mehr als 40 Jahre später kehrt er zurück - mit der selben Leidenschaft für „gute Musik“ wie damals. Duki fühlt sich noch lange nicht zum „alten Eisen“ gehörig. Deshalb darf es bei ihm auch keinen deutschen Schlager geben - „da stehen mir die Nackenhaare hoch“, sagt er. Viel lieber ist ihm „härtere Musik“, zum Beispiel von den „Rolling Stones“ oder „Deep Purple“.

Duki hofft, dass es noch immer viele Menschen gibt, die seinen Musik-Geschmack teilen. Außerdem würde er sich freuen, wenn auch viele Gäste kommen würden, die er noch von früher kennt. „Wir werden auf jeden Fall unseren Spaß haben“, ist sich Duki sicher.

Der Eintritt für die „Oldie-Night“ am 25. Dezember kostet vier Euro. Einlass ist für Personen ab 30 Jahren.

Von Simone Schwalm

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