Viessmann-Auszubildende und Nationalpark-Mitarbeiter stellen Kunstobjekt „Bausch“ auf

Verschmelzung von Baum und Mensch

Oliver Obermann von der Nationalparkwerkstatt installiert mit den Viessmann-Lehrlingen Wilhelm Auras, Damian Althaus und Manja Winter das Kunstobjekt „Bausch“ im Kellerwald. Im Hintergrund schauen der Sachgebietsleiter Wald, Wild und Wege des Nationalpark

Allendorf (Eder) - Das Objekt entstand während der Projektwoche „Nachhaltig(keit) lernen“ des Unternehmens.

Auszubildende und Nationalpark-Mitarbeiter platzierten am 4. Juni zum deutschen Aktionstag „Nachhaltigkeit“ ein von den Jugendlichen gestaltetes Kunstobjekt im Nationalpark Kellerwald/Edersee.

Bereits heute sind über 90 Prozent des etwa 5700 Hektar großen Nationalparks der Natur überlassen, auf denen so Wildnis von morgen entsteht. Pflanzen und Tiere können sich völlig ungestört entwickeln. Menschliche Eingriffe finden in der Regel nicht mehr statt. Ausnahmen bilden etwa freiwillige Arbeitseinsätze, bei denen ehrenamtliche Helfer die Nationalparkverwaltung tatkräftig unterstützen.

So engagierten sich im vergangenen Jahr auch 65 Lehrlinge und Studenten von Viessmann im Rahmen ihrer Projektwoche „Nachhaltig(keit) lernen“ im Reich der urigen Buchen.

Übungen und leichte Arbeit

Tagsüber gab es neben Outdoor-Übungen leichte Arbeiten im Nationalpark, um die Teambildung und Sozialkompetenzen zu fördern und individuelle Kompetenzen zu entdecken. Untergebracht waren die Teilnehmer im Albert-Schweitzer-Lager. Das Thema „Natur und Nachhaltigkeit“ war während der gesamten Projektwoche präsent. So begaben sich die Teilnehmer jeden Morgen zu Fuß in den Nationalpark. Auf Handwagen und in Rucksäcken nahmen sie das benötigte Arbeitsmaterial mit.

Als praktische Tätigkeit gruben sie am Hundsbach einen nicht mehr benötigten Durchlass aus und bauten einen alten Weidezaun ab. Die Drahtreste dieses Zaunes haben sie in dem Kunstobjekt verarbeitet. Als weiteres Material verwendeten sie Zaunreste des Außengatters, das bereits 1894 aufgestellt worden war, um Wildschäden auf landwirtschaftlichen Flächen zu vermeiden. Mittlerweile ist es an einigen Stellen abgebaut.

Nur an drei Stellen bleiben kleine Teile des Außengatters als „museale Erinnerung“ stehen. Sie erinnern an die Zeiten, als die Waldecker Fürsten dort ihr Jagdrevier hatten und als später ein Wildschutzgebiet eingerichtet worden war - noch vor Ausweisung des Nationalparks.

Eine Stelle ist am Quernstpfad bei Frankenau. Genau an diesem Zugang zum Nationalpark platzierten die Lehrlinge und Mitarbeiter des Nationalparkamtes das Kunstobjekt. Dort passieren pro Jahr etwa 1000 Wanderer.

Die Drahtplastik trägt den Namen „Bausch“, was für die „Verschmelzung von Baum und Mensch“ steht. Sie solle an die gegenseitige Abhängigkeit von Mensch und Natur erinnern - und an nachhaltiges Handeln, sagte Viessmann Ausbildungsleiter Georg Glade. Die Auszubildende Manja Winter erläuterte, das Objekt zeige den Menschen als „Krönung der Schöpfung“ - abgeleitet aus einem Bibel-Zitat. Es solle aber auch an die Verantwortung des Menschen für die Natur erinnern.

Die stellvertretende Nationalpark-Leiterin Jutta Seuring bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und die tatkräftige Unterstützung. Sie sei wichtig, denn sie „verankern sie unser wertvolles Schutzgebiet doch nachhaltiger in der Region und in den Köpfen der Menschen.“

Aktionstag „Nachhaltigkeit“

Das Aufstellen des Kunstobjektes ist Teil des Aktionstages zur Nachhaltigkeit. Zur Teilnahme hatte der von der Bundesregierung eingerichtete Rat für Nachhaltigkeit aufgerufen. Bundesweit beteiligten sich Dutzende Unternehmen, Organisationen, Vereine und Verbände.

In der Projektwoche wurden auch Gedanken zum Thema „Mensch und Natur, Nachhaltigkeit und Umwelt“ thematisiert. Viessmann und das Nationalpark-Team mit Försterin Mareike Schulze und den Rangern Friedhelm Kümmel, Sven Polchow, Mario Albus, Markus Daume und Jochen Lückel legten großen Wert auf die Arbeitssicherheit. Daher gab es vor den praktischen Arbeiten eine intensive Sicherheitseinweisung, in der auch die Handhabung der einzelnen Werkzeuge erprobt wurde.

Danach konnten sich die Teilnehmer bei technischen Fragen zwar an die Betreuer wenden, aber in erster Linie sollten sie sich organisieren: Wer aus der Gruppe übernimmt welchen Arbeitsschritt, welche Werkzeuge werden am Besten verwendet, wie hat eine ordentliche Arbeitsübergabe vor einer Pause auszusehen? Das waren nur einige der zahlreichen Punkte, über die sich die jungen Erwachsenen einigen mussten.

Im Albert-Schweitzer-Lager organisierten acht Jugend- und Auszubildendenvertreter die Selbstverpflegung - von der Planung, eine so große Gruppe zu versorgen, bis hin zum Einkaufen und Kochen der Mahlzeiten.

Das Team des Nationalparks hatte sich spannende Angebote für die Freizeitgestaltung ausgedacht. Ranger Tom Kull nahm die Teilnehmer mit auf eine Fledermausführung, bei der die jungen Erwachsenen mit einem Detektor unterwegs war. Mit Ranger Markus Daume ging es zum „Geocaching“. Im Anschluss an die Projektwoche präsentierten die Jugendlichen im Allendorfer Infocenter die Ergebnisse vor Eltern, den betreuenden Kellerwald-Rangern, den Leitern der umliegenden Schulen und Führungskräften des Unternehmens.

Sich besser kennenlernen

Die Projektwoche gibt es regelmäßig zu Beginn eines jeden Ausbildungsjahres für alle neuen Lehrlinge und Studenten. Die Firma verfolgt damit unter anderem die Ziele, dass sich die Auszubildenden untereinander sowie die Ausbilder ihre „Neuen“ kennen lernen. Die Projektwochen haben einen ganzheitlichen Ansatz, in der Teamentwicklung und Persönlichkeitsfindung gefördert werden. (r)

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