Obduktion: 25-Jähriger verblutete im Eiskanal

Verunglücktes Trio fuhr schon einmal durch Winterberger Bobbahn

+

Winterberg. Nach der tödlichen Schlittenfahrt durch die Bobbahn von Winterberg ist jetzt bekannt geworden: Das Trio hat das nicht zum ersten Mal gemacht.

Die jungen Männer aus Hamm, von denen einer durch den Unfall gestorben ist und zwei schwer verletzt wurden, sind im vergangenen Jahr offenbar schon einmal verbotenerweise durch die Bahn gefahren.

Das meldeten am Dienstag die Ruhr-Nachrichten, die Polizei im Hochsauerlandkreis habe die Information bestätigt. „Einer der Beteiligten hat uns geschildert, dass es so war“, sagte Polizeisprecher Ludger Rath am Dienstag laut Ruhr-Nachrichten.

Bei dem Unfall in der Nacht von Freitag auf Samstag war ein 25-Jähriger aus Hamm gestorben, seine beiden 26 und 29 Jahre alten Freunde wurden schwer verletzt. Sie waren mit ihren Plastikschlitten auf einen Trecker geprallt, der zum Aufbereiten der Eisfläche in der 1,6-Kilometer langen Bobbahn abgestellt war. Ein vierter Freund rodelte nicht mit. Aus gutem Grund, wie nun bekannt wurde.

Der 26-Jährige schilderte in seiner Vernehmung nach Angaben der Polizei, dass das Quartett bereits in der vergangenen Saison mit Schlitten durch die Bobbahn gefahren war. Passiert sei damals nichts. Der 26-Jährige habe nach dieser Fahrt aber offenbar „aufgrund der dabei gemachten Erfahrungen“ nicht noch einmal mitfahren wollen, so Polizeisprecher Ludger Rath. Profi-Fahrer erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometern pro Stunde in dem Eiskanal, hatte der Wirmighäuser Profi-Bobanschieber Jan-Martin Speer der HNA gesagt.

Unfall im Eiskanal in Winterberg

Unfall im Eiskanal in Winterberg - ein Toter

Am 3. Januar gegen 3 Uhr morgens waren die Männer nun erneut über den Zaun zum Bobbahn-Gelände in Winterberg geklettert. Während seine Freunde die Bahn hinunterfahren wollten, habe der vierte Mann nach eigenen Aussagen noch versucht, sie davon abzuhalten, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Klaus Neulken den Ruhr-Nachrichten. Der 26-Jährige sei dann mit dem Auto zur Hauptstraße gefahren, um auf seine Kollegen zu warten. Kurz danach müssen die drei Männer im stockdunklen Eiskanal in den Trecker gerast sein.

„Der Vierte hat sich wohl nichts dabei gedacht, als seine Freunde nach einer Stunde noch nicht zurück waren“, sagte Neulken. Der Mann habe vermutet, dass das Trio den Eiskanal noch einmal hinunter fährt.

Drogen oder Alkohol waren nach Auskunft der Polizei in dieser Nacht nicht im Spiel. Die beiden schwer verletzten Männer waren am Dienstag noch nicht vernehmungsfähig.

Obduktionsergebnis liegt vor

Der 25-Jährige, der bei dem Vorfall tödlich verletzt wurde, ist in der Eisbahn verblutet. Das habe die Obduktion ergeben, teilte die Polizei in Meschede auf Anfrage mit.

Der 25-Jährige starb laut Obduktion aufgrund des Blutverlustes nach dem Eintreffen der Rettungskräfte. Seine beiden Begleiter wurden schwer verletzt und unterkühlt geborgen. Der 25-Jährige habe bei der Fahrt ein Mobiltelefon bei sich gehabt, sagte ein Polizeisprecher. Warum er oder seine Begleiter damit keinen Notruf abgesetzt haben, sei noch nicht klar. Bis Dienstagnachmittag konnten die Verletzten noch nicht befragt werden. (red/dpa)

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion