Empfänger hegte Betrugsverdacht

Verwirrung um Kfz-Steuer: Zoll jetzt zuständig, nicht mehr Finanzamt

Waldeck-Frankenberg. Der Zoll und nicht mehr das Finanzamt ist jetzt in Deutschland für die Bearbeitung der Kfz-Steuer zuständig. Im April wurde dieser Wechsel auch in Hessen vollzogen. Bei einigen Autobesitzern hat ein Schreiben darüber aber für Verwirrung gesorgt.

Das Schreiben hat sogar für den Verdacht gesorgt, es handele sich um eine Betrugsmasche.

In dem doppelseitigen Brief an Fahrzeugbesitzer, die ihre Kfz-Steuer bisher nicht per Bankeinzug automatisch bezahlt haben, weist das für unseren Landkreis zuständige Hauptzollamt Gießen auf die Neuerung hin. Neu ist für diese Autobesitzer nämlich, dass keine Zahlungshinweise auf die Fälligkeit mehr verschickt werden: "Zahlungstermine müssen eigenständig von Ihnen überwacht und eingehalten werden", heißt es in dem Brief. Deshalb wird den Angeschriebenen empfohlen, ihre Bankverbindung anzugeben, damit die Steuer künftig automatisch per Lastschriftverfahren eingezogen werden kann.

Auch einen Mann aus dem Frankenberger Land, der ein solches Schreiben erhalten hat, machte das stutzig: "Ich habe geglaubt, dass das ein versuchter Betrug ist und jemand an meine Kontodaten kommen will", erzählte er der HNA. Auch die angegebene Leipziger Bankverbindung und die Dresdner Telefonnummer im Briefkopf kamen ihm verdächtig vor. Der Mann rief beim Finanzamt an und wurde aufgeklärt, dass alles mit rechten Dingen zugehe: "Der Zoll und damit die Bundeskasse zieht die Kfz-Steuer jetzt ein", bestätigte Dieter Seip, Verwaltungsstellenleiter des Finanzamtes in Frankenberg, der HNA. Auch er habe schon Nachfragen gehabt, ob dieses Schreiben echt sei.

Michael Bender, Pressesprecher des Hauptzollamtes in Gießen, gibt zu: "Das Schreiben ist nicht sehr glücklich verfasst. Es gab vermehrt den Verdacht, dass das eine Betrugsmasche ist. Das hat viele Probleme und Fragen hervorgerufen."

Mehr zur Erhebung der Kfz-Steuer und dass es tatsächlich schon Betrug im Zusammenhang mit der Umstellung des Kfz-Steuer-Verfahrens gab, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine/HNA Waldeckische Allgemeine.

Von Jörg Paulus

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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