Burgwald

Von Viehtränken, Förstern und Wilddieben

- Burgwald (vk). Zu einer Wanderung im Burgwald trafen sich pensionierte Lehrer der Frankenberger Burgwaldschule. Dabei erkundeten sie auch Relikte der Heimatgeschichte, die sich im Wald befinden.

Regelmäßig lädt Rektor a. D. Kurt Hönisch seine ehemaligen Kollegen von der Burgwaldschule zu Wanderungen und Begegnungen ein, bei denen sie Erinnerungen austauschen, aber auch gemeinsam landschaftliche und geschichtliche Entdeckungen machen. Bei ihrem jüngsten Treffen unternahmen sie eine Exkursion in den Burgwald und beschäftigten sich dabei mit der Heimatgeschichte jener Region, die ihrer ehemaligen Schule den Namen gab. In Burgwald wanderte die Gruppe zu der kürzlich vom örtlichen Kulturverein freigelegten Pferdetränke aus der Muna-Zeit. Damals, in der Zeit zwischen 1936 und 1938, fuhren Bauern aus der Umgebung Wasser und Baumaterialien für die im Bau befindliche Luft-Munitionsanstalt heran. An der Tränken versorgten sie ihre Zugtiere mit Wasser. Auch die nächste Station der Wanderung hatte etwas mit Pferden zu tun: Am nicht weit entfernten Schindersborn spannten früher die Wiesenfelder Gastwirte die Vorspann-Pferde von durchreisenden Handelswagen aus. Ziel der der Lehrerpensionäre war der Hans-Roß-Stein nahe des Bundeswehr-Schießstandes, der auf der Vorderseite ein gut erhaltenes barockes Bild eines Försters mit langem Mantel, Pulverhorn und Gewehr zeigt. Der Text auf der Rückseite berichtet, dass am 28.Juli 1676 dort der Förster Hans Roß aus Ernsthausen von „3en Ertzwilddieben, als er sie gefangen nehmen wollen, schelmischer und mordwütiger Weis tod geschossen worden“. Mit Daten aus alten Gerichtsakten wurde die tragische Geschichte ergänzt. –Im Gasthaus „Zum Burgwald“ erwartete die Wandergruppe anschließend eine festlich gedeckte Kaffeetafel. Die Frankenberger Burgwaldschule lädt die ehemaligen Kollegen zu einem Adventstreffen am Mittwoch, 9. Dezember, um 15 Uhr in die Cafeteria ein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare