Lesung mit Astrid Rosenfeld im Steinhaus

Vielschichtige Verwicklungen

Bei der Lesung im Frankenberger Steinhaus: Autorin Astrid Rosenfeld. Foto: Moniac

Frankenberg. „Adams Erbe“ heißt das Erstlingswerk der Wahlberlinerin Astrid Rosenfeld, das die Autorin im Steinhaus von Frankenberg vorstellte. Die Lesung war eine Gemeinschaftsveranstaltung der Stadtbücherei und der Buchhandlung Jakobi.

Der 384 Seiten starke Roman gliedert sich in zwei Handlungsstränge – die erste Hälfte wird von Edward Cohen, einem in unserer heutigen Gegenwart lebenden jungen Mann, erzählt, die zweite besteht aus Aufzeichnungen seines 1920 geborenen Großonkels Adam.

Der Junge Eddi wächst in Berlin bei seiner Mutter Magda und deren Eltern auf, und eher per Zufall erfährt er vom verschollenen Adam, dessen Nase, Augen und Mund er angeblich geerbt hat.

Weitere Auskünfte gibt es zunächst nicht, und Eddi lebt zu kompliziert und anstrengend, um auch noch in einer lange entschwundenen Vergangenheit zu graben. Dennoch fallen ihm nach vielen Jahren die Aufzeichnungen des Großonkels in die Hände, in denen dieser die eigene Kindheit und Jugend kurz nach dem Ersten Weltkrieg lebendig werden lässt.

Unter anderem wird Großmutter Edda Klingmann, eine Walküre in engen Samtröcken, die die Menschen nach ihren Gesichtszügen beurteilt und sich weigert, sich „Oma“ nennen zu lassen, für den kleinen Adam lebenswichtig. Zum Beispiel lässt sie ihn Geigenunterricht nehmen und eröffnet ihm dadurch eine neue Welt mit neuen Bekanntschaften.

Geheimnis der Autorin

Kurz vor Kriegsbeginn lernt der 18-jährige Adam die gleichaltrige Anna kennen und lieben. Bald darauf verschwindet das Mädchen in Polen, und Adam forscht nach ihrem Verbleib. Was aus dieser Suche wird, blieb während der Lesestunde in Frankenberg das Geheimnis der Autorin. Auch weitere Verwicklungen im komplizierten Geflecht des Romans wollte sie nicht verraten.

„Ich habe mich viele Jahre mit dem Schicksal der Juden während der Nazizeit beschäftigt“, erklärte Astrid Rosenfeld, die Wert darauf legt, dass die geschilderte Geschichte zwar in Teilen gut recherchiert, im Prinzip aber rein fiktional sei. Und alle Fakten wolle sie natürlich nicht preisgeben – die Handlung sei schließlich sehr vielschichtig, und man müsse selber lesen.

Die vorgestellten Kostproben weckten jedenfalls das Interesse der Zuhörer, die gespannt lauschten und an manch kunstvoll gestalteter Stelle voll trockenen Humors hell auflachten. (zmm)

Erschienen ist der Roman „Adams Erbe“ beim Diogenes- Verlag, er kostet 21,90 Euro.

Quelle: HNA

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