Hatzfeld

Vier Arbeiter bei Explosion verletzt

- Hatzfeld (da). Die Polizei beziffert den Schaden durch die Detonation auf 500.000 Euro. Es war 2.11 Uhr in der Nacht zum Donnerstag, als sich ein Gasgemisch in der Abgasverbrennungsanlage zwischen zwei Imprägnierhallen der Firma Hollingsworth & Vose entzündete. Die Polizei vermutet einen technischen Defekt als Ursache.

Durch die Druckwelle der Detonation erlitten nach Angaben des Unternehmens vier Arbeiter der Nachtschicht Prellungen. Ein 39-Jähriger aus Bromskirchen, ein 43-jähriger Hatzfelder, ein 36-jähriger Burgwalder und ein 46 Jahre alter Mann aus Bad Berleburg. Zwei Arbeiter befinden sich nach ambulanter Versorgung wieder zu Hause. Die anderen beiden Kollegen werden stationär behandelt, haben jedoch keine lebensbedrohenden Verletzungen. Der Sachschaden beläuft sich den Schätzungen der Polizei zufolge auf 500 000 Euro – laut Hollingsworth and Vose lasse sich die genaue Schadenshöhe noch nicht exakt beziffern. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand geht die Kriminalpolizei in Korbach von einer technischen Ursache aus. Hinweise, die auf eine fahrlässige Handlung oder gar auf vorsätzliches Handeln schließen lassen, hätten sich bislang nicht ergeben, berichtete Polizeisprecher Volker König. Es werde aber weiter ermittelt. Ein Gutachter des Regierungspräsidiums, Dezernat Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik wurde herangezogen.

Die Feuerwehr aus Hatzfeld rückte mit neun Helfern aus. Nach Angaben des stellvertretenden Stadtbrandinspektors Jürgen Noll, der den Einsatz leitete, habe es beim Eintreffen der Helfer kein offenes Feuer mehr gegeben. Eine Löschanlage der Anlage habe sich selbständig eingeschaltet. Zwei Feuerwehrleute besahen sich unter Atemschutz den Schaden.

Durch die Explosion seien Stahlblechteile herumgewirbelt worden. „Es hat ausgesehen wie auf einem Schlachtfeld“, sagte Noll. Die Hallen befinden sich am Rand der Firmengebäude. Der Einsatzleiter ließ vorsorglich die Reddighäuser Feuerwehr über die Leitstelle nach alarmieren, um genügend Atemschutzgeräteträger vor Ort zu haben. Sie wurden aber nicht benötigt.

„Dank der guten Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Rettungskräften sowie dem funktionierenden internen Krisenmanagement bestand zu keiner Zeit eine Gefahr für Mitarbeiter anderer Bereiche oder für die Umgebung der Produktionsstätte“, teilte das Unternehmen mit. In den anderen sechs Produktionsbereichen des Betriebs werde planmäßig produziert.

Neben zwei Rettungswagen eilten die in Röddenau stationierte Notärztin und der Marburger Notarzt zur Einsatzstelle, um die Verletzten zu versorgen. Das im Jahr 1800 gegründete Unternehmen, das bis zum Jahr 2001 den Namen Binzer trug und im Volksmund noch immer so genannt wird, stellt in Hatzfeld Filtermedien her. Sie werden unter anderem in Atemschutzmasken und Kraftfahrzeugfiltern verwendet. Mehr als 70 Prozent der Produkte aus Hatzfeld gehen ins Ausland.

Vor neun Jahren übernahm der amerikanische Konzern Hollingsworth & Vose mit Sitz im amerikanischen Bundesstaat Massachusetts die Firma Binzer, die einst als Papiermühle an der Eder gegründet worden war. Mit 300 Mitarbeitern ist der Betrieb seit Jahren größter Arbeitgeber in Hatzfeld.

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