Viessmann-Energie-Forum: Kalter Winter bedeutet keine Entwarnung für das Klima

Allendorf-Eder. Die Ostsee ist zugefroren, auf Mallorca schneit es – wo soll da der Klimawandel sein? Mit dieser rhetorischen Zuspitzung hat Moderator Jürgen Petermann beim jüngsten Viessmann-Energieforum einen ausgewiesenen Fachmann genau das gefragt, was viele Menschen wissen wollen.

Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, sieht eine mögliche Erklärung für den ungewöhnlich strengen Winter im Verschwinden des Meereises um den Nordpol. Weiße Schnee- und Eisflächen reflektierten das Licht stärker als dunkles Wasser. „Das erhöht die Wahrscheinlichkeit solcher Wetterlagen in Europa - allerdings nur für eine gewisse Zeit“, sagte der Klimaberater der Bundeskanzlerin.

In keiner Weise sei dieses Phänomen jedoch dazu angetan, Entwarnung in der Klimadebatte zu geben. Weltweit gesehen, sei der Januar 2010 der zweitwärmste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Phänomene wie „El Nino“, die zyklische Erwärmung des Pazifiks, ließen darüber hinaus erwarten, dass 2010 von den Temperaturen „ein absolutes Rekordjahr“ werde. Prof. Schellnhuber machte die gut 200 Besucher des Viessmann-Energieforums darauf aufmerksam, dass der Schnee auf dem Kilimanjaro in 20 Jahren komplett verschwunden sein wird – und das Urlaubs-Traumdomizil Malediven bis zum Ende des Jahrhunderts im Meer versunken sein wird.

Seine Botschaft: Beim Kohlendioxid-Ausstoß den Scheitelpunkt möglichst früh ansetzen und die Kurve umdrehen, um den vom Weltklimarat empfohlenen Temperaturanstieg von zwei Grad nicht zu überschreiten. Physikalisch und technisch sei das durchaus bis 2020 zu schaffen, betonte Prof. Schellnhuber. In Abwesenheit des erkrankten Firmenchefs Dr. Martin Viessmann hatte Generalbevollmächtigter Manfred Greis zuvor das sechse Viessmann-Energieforum eröffnet.

„Wir reden viel über Stromerzeugung und Laufzeitverlängerung“, sagte Greis. Seiner Überzeugung nach ist „Effizienz die wichtigste Ressource“. Weniger als 20 Prozent der bundesdeutschen Heizungsanlagen seien auf dem Stand der Technik. (off) Mehr lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

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