Sechs Mitglieder der britischen Adelsfamilie Mountbatten besuchen in Battenberg

Visite bei den hessischen Namensgebern

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Battenberg - Nach 56 Jahren bekam die Bergstadt Battenberg wieder Besuch vom britischen Hochadel: Gleich sechs Mitglieder der Familie Mountbatten gaben sich am Samstag die Ehre.

Jahrelang hat sich die Leiterin des Battenberger Stadtmuseums im Alten Rathaus, Elisabeth Skupin, um den Besuch bemüht, gibt doch die Bergstadt der Familie seit mehr als 160 Jahren ihren Namen: Battenberg, auf englisch übersetzt Mountbatten. Gegen 11.15 Uhr landete eine Chartermaschine mit den britischen Gästen auf dem Allendorfer Flugplatz. Ihr entstieg das Oberhaupt des Hauses Mountbatten, Lord George. Er und seine Frau Lady Clare brachten ihre 25-jährige Tochter Tatiana mit. Lord Georges zwei Jahre jüngeren Bruder Lord Ivar begleiteten dessen Töchter Alexandra und Louise. Der 1961 geborene George ist der 4. Marquess of Milford Haven, er steht an 484. Stelle der britischen Thronfolge. Die Familie von Lord Ivar lebt in Devon.Die Mountbattens sind ein in Europa weit verzweigtes Adelsgeschlecht, auch Königin Elisabeths Ehemann Philip, der Duke of Edinburgh, ist ein Mountbatten. Eine Delegation aus Battenberg begrüßte die Mounbattens am Flugplatz. Kurt Biebighäuser chauffierte den Marquess in seinem Jaguar SK 140. In einem ebenfalls offenen Opel-Oldtimer, Baujahr 1939, nahmen die Töchter Platz. Am Steuer saß der ehemalige Bürgermeister und Regierungspräsident Lutz Klein, neben ihm sein Sohn, der heutige Bürgermeister Christian Klein. Die übrigen Gäste bestiegen eine neue Limousine. Um den Briten einen ersten Eindruck von der Bergstadt zu vermitteln, fuhr der Konvoi am Auhammer, dem Schulzentrum und der Burgberghalle vorbei. Der Hänsel-und-Gretel-Platz war festlich geflaggt. Über die Hauptstraße gelangten die Wagen zum Marktplatz, wo schon einige Schaulustige warteten. Auf der Rathaustreppe standen auch Kommunalpolitiker um Parlamentschef Heinz-Günther Schneider, Altbürgermeister Heinfried Horsel und den langjährigen Ersten Stadtrat Eberhard Engelbach. Die Dodenauer Feuerwehrkapelle unter der Leitung von Mark Adel begrüßte die Gäste mit dem „Deutschmeister-Regimentsmarsch“. Bürgermeister Klein hieß die Familie vor dem Alten Rathaus willkommen. Die Freude sei groß, dass hochrangige Vertreter des britischen Adels diese Verbindung zu Battenberg hätten, sagte er in seiner ins Englische übersetzten Rede. Der Besuch sei eine große Ehre für die kleine Stadt, „wir wissen es zu schätzen, dass Sie die weite Reise auf sich genommen haben.“ Battenberg sei auch stolz auf die Verbindung zum britischen Königshaus. „Ich hoffe, dass wir Ihnen unsere Verbundenheit nahe bringen können.“ Er würdigte die Arbeit der Helfer um Skupin und wünschte den Gästen „schöne und angenehme Stunden in Battenberg“. Der Besuch in der Stadt sei schon lange fällig gewesen, betonte Lord George. Als er die Einladung mit dem Briefkopf der Stadt Battenberg erhalten habe, habe er sich gesagt, dass es nun aber höchste Zeit sei, um zu kommen. „Ich habe auch die Familie mitgebracht.“ Und schon stimmte die Feuerwehrkapelle die britische Nationalhymne „God Save the Queen“ an. Dass mit dem „Kaiserwetter“ für den Adelsbesuch mochte ja gut gemeint sein, aber die Temperaturen um Mitte 30 Grad waren doch belastend. Da waren die Gäste froh, dass es kühle Getränke im Foyer des Alten Rathauses gab. Dort trugen sie sich auch ins Goldene Buch der Stadt ein. Elisabeth Skupin führte sie durchs Stadtmuseum. Besonderes Interesse fand dabei das zweite Geschoss, in dem die Familiengeschichte der Mountbatten-Windsors darstellt wird. Angesichts der drückenden Hitze verzichteten die Gäste auf den geplanten Rundgang durch die Altstadt mit Kirche, Neuburg und dem Hügelchen mit dem Rosengarten. Stattdessen gab es eine weitere Rundfahrt. Zum Essen ging es ins Gasthaus „Alt Berlin“ – dabei durften die zuckersüßen „Battenberg Cakes“ nicht fehlen, Barbara Hübner hatte sie extra für die Gäste gebacken. Derart gestärkt besichtigen die Briten noch die Viessmann-Werke in Allendorf. Am Abend flogen die Mountbattens wieder zurück. (-sg-)

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