Deutsches Europeade-Komitee zu Gast in Frankenberg

Volkstanzbewegung soll Kulturerbe werden

Frankenberg - Zur Vorbereitung der diesjährigen Europeade im polnischen Kielce traf sich das deutsche Europeade-Komitee unter Führung seines Präsidenten Rüdiger Heß in Frankenberg. Dort besprachen sie vor allem die Details zur Unterbringung der deutschen Gruppen in der polnischen Europeadestadt.

„Die deutschen Teilnehmergruppen werden von uns und vom internationalen Europeade-Komitee sowie von der Gastgeberstadt Kielce umfassend über das reichhaltige Programm der Europeade und ihrer Unterkunftsorte informiert“, sagte Heß.

Das Komitee blickte auch auf die Europeade 2013 in Gotha zurück, die nach Heß’ Angaben hervorragend verlaufen sei und viele Besucher angezogen habe. „Die Europeade im nächsten Jahr 2015 findet im schwedischen Helsingborg statt“, ergänzte der Vorsitzende des deutschen Komitees.

Weiterhin befasste sich das Komitee in Frankenberg mit der Bewerbung der Deutschen Gesellschaft für Volkstanz (DGV) um die Aufnahme der deutschen Volkstanzbewegung in ihren regionalen Ausprägungen in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Dazu hat Heß das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Ein ähnliches Schreiben habe das internationale Europeade-Komitee an die zuständigen deutschen Gremien geschickt. „Als Mitmachkultur ihrer über 100-jährigen Geschichte wirkt die deutsche Volkstanzbewegung als eine Teilhabe- und Wertegemeinschaft völkerverbindend und gemeinschaftsfördernd“, begründete Heß. Bei der Volkstanzbewegung stünden der Mensch und die Gemeinschaft im Mittelpunkt - egal, ob es sich um deutschen Volkstanz, internationale Folklore oder auch historische Tänze handelt.

Die deutsche Volkstanzbewegung sei Tanzkultur und weniger Tanzsport oder Tanzkunst. Heß wies darauf hin, dass aufgrund der weitgehend ehrenamtlichen Struktur die deutsche Volkstanzbewegung in ihrer vielfältigen Ausprägung medial oft nicht oder nur verfälscht wahrgenommen werde. Er erläuterte in seinem Schreiben an das Wissenschaftsministerium, dass das deutsche Europeade-Komitee im Kontext mit vielen anderen europäischen Vereinen und Institutionen im Rahmen der völkerverständigenden Volkstanzkultur tätig sei. „Hierzu sind wir jährlich mit 500 bis 1000 Volkstänzern aus Deutschland Teilnehmer an dem Volkstanzfestival Europeade, welches im Sommer eines jeden Jahres in jeweils einer anderen europäischen Stadt durchgeführt wird.“ Der Präsident des deutschen Europeade-Komitees wies darauf hin, dass bei der Europeade Volkstänzer mit ihren Gruppen aus allen europäischen Ländern zusammentreffen und das Volkstanzfestival in Respekt und Freundschaft feiern. „Dies dient der europäischen Völkerverständigung.“ (r)

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