Hatzfeld

Vorbei an Nattern und Bombenkratern

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Uwe Ermisch

- Hatzfeld (da). Ein landschaftlich reizvoller Radweg soll von Beddelhausen bis Dodenau führen. Die letzte Asphaltschicht fehlt noch, doch Radler und Spaziergänger können das erste Teilstück bis Holzhausen schon erkunden.

Auch wenn das Wetter nicht zu einer solchen Nachricht passt: Der Radweg von Beddelhausen bis Holzhausen ist fast fertig. Auf Teilen der Strecke fehlt zwar noch die bituminöse Feinschicht – je nach Wetterlage wird sie in nächster Zeit noch aufgetragen. Die Trasse wird Teil des Ederradwegs, der von der Ederquelle im Wittgensteiner Land bis zur Mündung in die Fulda führt – überwiegend über ausgewiesene Radweg, bis Beddelhausen unter anderem auf einem alten Bahndamm. Ab der Landesgrenze zu Hessen, also auf Hatzfelder Stadtgebiet, verläuft der Ederradweg bis Reddighausen derzeit auf normalen Straßen. Künftig können Radler bis zum Holzhäuser Bahnhof den neuen Weg nutzen. Er ist 8,1 Kilometer lang und verläuft überwiegend auf der vor genau 100 Jahren eröffneten Bahnstrecke von Allendorf nach Bad Berleburg, lediglich im Stadtgebiet Hatzfelds zweigt er für einige hundert Meter auf vorhandene, aber neu asphaltierte Wege ab. Der Vorteil: „Wir haben auf dem gesamten Stück nur ein Prozent Gefälle“, sagt Hatzfelds Bürgermeister Uwe Ermisch (SPD). Nur bei wenigen Auf- und Abfahrten wird es etwas steiler – zum Beispiel direkt an der Landesgrenze bei Beddelhausen. Dort wurde eine Eisenbahnbrücke abgerissen und eine Auffahrt zur Bahntrasse gebaut. Der „Lückenschluss“ soll im nächsten Jahr vollzogen werden: Dann wird ab Holzhausen weiter bis Dodenau gebaut. Ab wann es los geht, steht aber noch nicht fest – das hängt davon ab, wann die Landesmittel bewilligt werden, denn vorher darf Hatzfeld nicht bauen. Ermisch rechnet damit, dass im Herbst 2011 die Arbeiten beendet sind. Der zweite Bauabschnitt kostet 890 000 Euro, der erste hat 1,43 Millionen verschlungen. 70 Prozent trägt das Land, weitere zehn Prozent übernimmt er Landkreis. Der städtische Anteil beträgt etwa 400 000 Euro. Stolze 175 000 Euro hat allein die Bahntrasse gekostet, die Hatzfeld kaufen musste. Der zweite Teil werde vermutlich schneller fertig als der erste, sagt Ermisch: Es muss weniger asphaltiert werden, der Bahndamm ist besser von Baufahrzeugen zu erreichen – und ein langes Stück vom Reddighäuser Hammer bis Reddighausen führt über einen bestehenden Feldweg. Im zweiten Bauabschnitt befinden sich aber auch die Teile des Wegs, die die Strecke besonders attraktiv, den Bau allerdings auch aufwendiger machen: Der Tunnel zwischen Reddighausen und Dodenau und zwei alte Brücken.Die beiden hundert Jahre alten Stahlkonstruktionen stehen unter Denkmalschutz und dürfen nicht entfernt werden. Die ursprünglich vorgesehene „Brücke in der Brücke“ lässt sich laut Ermisch nicht realisieren, weil ein Meter hohe Stahlträger eingesetzt werden müssten: „Das ist logistisch nicht machbar.“ Stattdessen werden nach der Planung eines Brückenbauingenieurs auf den bestehenden Untergrund der Brücke neue Elemente aufgesetzt. Kosten je Überführung: Stolze 175 000 Euro. Das ist laut Ermisch aber nicht teurer als die ursprüngliche Planung.

Mehr lesen Sie in der Frankenberger Zeitung vom Donnerstag, 25. November 2010.

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