Technisch möglich, aber nicht wirtschaftlich

Vorerst keine Nahwärme in Holzhausen

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Umweltfreundliche und zugleich günstige Wärmeerzeugung – dieser Traum ist für die Holzhäuser vorerst geplatzt.Archivfoto: Adel

Hatzfeld-Holzhausen - Eine gemeinsame Versorgung von Holzhausen und Reddighausen über ein Nahwärmenetz ist nicht möglich: Das ist nach Aussage des Holzhäuser Ortsvorstehers Oliver Zissel das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie.

Geplant war, mit einer zentralen Anlage am Reddighäuser Hammer beide Dörfer mit Nahwärme zu versorgen. „Das würde aber die Kosten sprengen und wurde deshalb verworfen“, sagte der Reddighäuser Ortsvorsteher Marcus Bettelhäuser auf Anfrage der Frankenberger Zeitung.

Obwohl es in Holzhausen zahlreiche Interessenten gebe, die ihre Häuser an ein solches Nahwärmenetz anschließen wollen, wäre die angedachte Lösung derzeit nicht wirtschaftlich umsetzbar, bestätigte sein Holzhäuser Kollege Oliver Zissel. Aus technischer Sicht sei ein Nahwärmenetz für Holzhausen unproblematisch, sagte Zissel. „Sogar unproblematischer als in Reddighausen.“

Das Problem sei, „dass wir die Grundlast nicht bedienen können“, erklärte er. Das ist der Bedarf an Wärme, der immer benötigt wird – also auch im Sommer warmes Wasser, wo die Heizungen ausgeschaltet sind, aber Wasser erwärmt wird. Dafür ist eine Anlage mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erforderlich, bei der ein Verbrennungsmotor Strom erzeugt und die dabei entstehende Abwärme in ein Nahwärmenetz eingespeist werden kann. Ein Grund sei unter anderem der fehlende Anschluss ans Erdgasnetz. Eine KWK-Anlage in Holzhausen müsste folglich mit Flüssiggas oder Diesel betrieben werden – das wäre ebenso unwirtschaftlich und widerspricht zudem dem Gedanken der Nachhaltigkeit.

„Ein Wärmepreis unter dem, was derzeit für Heizöl gezahlt wird, wäre damit nicht möglich“, sagte Oliver Zissel. „Arbeit nicht vergebens“ Der Bau einer Leitung vom Reddighäuser Hammer, wo eine Kraft-Wärme-Kopplung-Anlage zur Stromerzeugung geplant ist, nach Holzhausen würde laut Zissel etwa 900?000 bis 1,1 Millionen Euro kosten und ist damit ebenso unwirtschaftlich: „Das ist nicht realisierbar“, sagte der Holzhäuser Ortsvorsteher. Auch eine „Insellösung“, bei der nur ein Teil Holzhausens mit Nahwärme versorgt werden würde, ist laut Zissel derzeit unwirtschaftlich – aus den gleichen Gründen: „Dafür fehlt die Möglichkeit der Kraftwärmekopplung.“

Dennoch wollen er und seine Mitstreiter das Projekt weiter verfolgen. „Es ist aus jetziger Sicht nicht wirtschaftlich, das kann sich in einigen Jahren ändern. Dann haben wie die Pläne in der Schublade, die Arbeit war nicht vergebens“, sagte Oliver Zissel. Bis dahin sollen andere Themen wie Energieeinsparung oder Gebäudedämmung in den Fokus rücken. Weitere Details will der Holzhäuser in einer Bürger-Informationsveranstaltung Ende November nennen. In Reddighausen findet bereits nächste Woche ein Info-Abend statt: „Für Reddighausen haben wir aber eine Lösung gefunden“, sagte Marcus Bettelhäuser.

Laut Zissel ist die Situation dort insofern günstiger, weil Reddighausen ans Erdgasnetz angeschlossen ist und der Reddighäuser Hammer und zwei Kunststoff verarbeitende Betriebe ansässig sind, für die KWK-Anlagen eine Option zur Stromerzeugung sind. Die dabei entstehende Abwärme würde ins noch zu bauende Reddighäuser Nahwärmenetz eingespeist werden können.

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